Awaren

Die Awaren sind nach der Sippe der Byrjun eine der großen Sippen in Waligoi und überwiegend im Atlierland beheimatet. Das Geschlecht benennt sich nach dem Godhen Awar, der im Sommer 2532 (889 nKr) geboren wurde. Bereits in seiner Jugend zeigte sich, dass er besonders gut die Botschaften der Götter wahrnehmen konnte. Bald schon hatte er darauf seinen bis ans Lebensende andauernden Einfluss aufgebaut und nutze ihn, um das Amt des Werirs der Atlier für seine Sippe zu erwerben. Dass er dabei dem Tod des einen oder anderen nachhelfen und hohe Summen an Bestechungsgeldern zahlen musste, störte ihn nur wenig.

Im Sommer 2565 (922 nKr) wurde ihm sein dritter Sohn Orm geboren. Dieser heiratete im Sommer 2586 (938 n.Kr.) Da die älteren Brüder des Orm vorzeitig in Fehden oder durch Trunksucht starben, war er es, der im Alter von 29 Jahren im Sommer 2594 (951 nKr) anstelle von Awar das Amt des Werirs übernahm. Er führte die Atlier aus den Ebenen des südlichen Urassu in die Öde, die später Waligoi genannt werden sollte. Awar selber starb auf dem Marsch, noch bevor die Atlier Waligoi betraten. Als die Atlier im Hochland ankamen errichtete Orm dort die ersten Grundsteine von Yggrgard. Für seine eigene Sippe nahm Orm Land am Grimnfjord. Er ließ die ersten Schiffe der Atlier bauen und reiste auf der Suche nach Beute mit diesen damals noch plumpen Kähnen bis in die Straße der Helden und zu den Ruinen von Kreos. Im Sommer 2638 (996 nKr) heiratete er seine dritte Frau. Sie hieß Vigdis und war die jüngste Tochter des Geiröd Jarkhan, stammte somit aus der Sippe der Byrjun. Durch sie erhielt Orm im Sommer 2640 (998 nKr) seinen einzigen männlichen Erben namens Askel, der erstmals das Blut der Sippen der Awaren und Byrjun in sich vereinigte. Orm starb im Sommer  2642 (1000 nKr) im hohen Alter von 77 Jahren, was ihm den Beinamen „der Alte“ einbrachte.

Da zum Zeitpunkt von Orms Tod sein Erbe erst zwei Jahre alt war, übernahm sein Onkel Agnar aus der Sippe der Byrjun vorerst das Amt des Werirs der Atlier. In dieser Zeit gebar ihm eine der Töchter des Orm namens Ingirid im Sommer 2642 (1000 nKr) einen Sohn namens Eirik. Da beide jedoch nicht vermählt waren, wurde Eirik von der Erbfolge innerhalb der Byrjun-Sippe ausgeschlossen. Daher setzte Agnar es durch, dass Eirik in die Erbfolge der Awaren aufgenommen wurde. Im Sommer 2649 (1007 nKr) wurde Agnar nach dem Tod seines Vaters Jarkhan aller Wali. Dadurch wurde das Amt des Werirs der Atlier durch den nächsten in der Erbfolge, Askel Ormson eingenommen. Als Askel ein Jahr nach dem Dritten Rukr-Krieg im Sommer 2660 (1018 nKr) währen deines Scharmützels zwischen einer umherziehenden Rukr-Truppe und dem Einnher fiel, wurde Eirik, der nun erwachsen war, als Nachfolger ausgerufen. Eirik führte nun über viele Jahre  die Atlier in friedlichen Zeiten, so dass die Kultur und die Lebensart dieses Stammes sich den Gegebenheiten Waligois anpassen konnten. Er war es auch, der den Schiffsbau und die Entwicklung der Seemannschaft förderte. So erreichten sie den Stand, den sie auch heute noch haben. Unter seiner und der Werire der Gauten und Heden Führung begannen die Wali zu expandieren und weite Teile im Norden der Alten Welt unter ihre Herrschaft zu bringen. In dieser Zeit heiratet Eirik eine Frau namens Herdis, die eine Enkelin des Orm war. Sie gebar ihm viele Töchter und einige Söhne, die als Angehörige der Sippe der Awaren galten und demgemäß ebenfalls der Erbfolge angehörten. Sein ältester Sohn war Rafn. Er wuchs am Grimnfjord auf.

Die Ausbreitung der Wali wurde im Sommer 2675 (1033 nKr) beendet, als Waligoi von den Wolsi erobert und besetzt wurde. Viele Wali gingen in den Widerstand, darunter auch viele Atlier unter der Führung des Eirik. Dieser Widerstand bereitete den Besatzern nie geahnte Schwierigkeiten, so dass sie bald dazu übergingen, Geiseln zu nehmen, um Waffenruhe zu erzwingen. Bei einem Versuch im Sommer 2679 (1037 nKr), Geiseln aus dem besetzten Yggrgard zu befreien, starb Eirik, während er und einige Getreue den Rückzug der Befreiten sicherten, im Kampf. Wegen dieser und vieler anderer rühmenswerter Taten sowie seines Gerechtigkeitssinns wird er auch heute noch als einer der Großen unter den Weriren der Atlier angesehen. Nach dem Tod des Eirik verfiel Elfse, der Werir der Gauten, in Unrast. Im Sommer 2681 (1039 nKr) machte er sich mit einem Großteil seines Stammes auf, das gerade entdeckte Yddia zu erforschen. Nun gibt es in Waligoi nur noch zwei Stämme, die groß genug sind, einen Werir zu bestimmen.

Die Nachfolge des Orm als Werir der Atlier trat sein Sohn Rafn an. Er und Egil waren  davon überzeugt, dass die Wolsi alsbald aus Waligoi vertrieben sein würden. So planten sie bereits die Wiedererrichtung der überlieferten walischen Strukturen. In den Folgejahren tun sie sich als erfolgreiche Anführer des Widerstands gegen die Wolsi hervor. Im Sommer 2686 (1044 nKr) wurde Yggrgard, das zu der Zeit nur noch von den wolsischen Besatzern bewohnt war von den Kriegern des Rafn niedergebrannt. Nun versuchten die Wolsi, den Wali Land auf einem andern Kontinent zur Besiedelung anzubieten. Nur wenige namen dieses Angebot an und mussten bald erkennen, dass das geschenkte Land bereits anderen gehörte.

Im Sommer 2691 (1049 nKr) kam es schließlich zu zwei lange vorbereiteten entscheidenden Schlachten zwischen den Wali und den Wolsi. Eine fand in den Wäldern im Tiefland südöstlich der Tönnyr unter der Führung von Egil und die andere vor Yggrgard unter der Führung von Rafn statt. Die Macht der Wolsi wird gebrochen und Waligoi ist wieder frei. Nun beginnen die beiden Werire die althergebrachten Strukturen in Waligoi wieder zu errichten und gleichzeitig durch ausgedehnte Plünderfahrten an den wolsischen Küsten genug Geld für die Wiederherstellung der Ordnung zu erbeuten. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch erstmals wieder ein Werir der Gauten eingesetzt.

Neunundzwanzig Sommer später, im Sommer 2722 (1080 nKr) führte Rafn die Wali während des Vierten Rukr-Krieges in der Feldschlacht bei Thingor und erzielte einen überwältigenden Sieg. Rafn selber starb jedoch gegen Ende des Kampfes im Schildwall.

Ihm folgte sein Sohn Vergest im Sommer 2722 (1080 nKr) als Werir der Atlier nach. Er führte den Kampf der Atlier gegen die Rukr im Vierten Rukr-Krieg fort. Vergest selber blieb aufgrund einer Kampfverletzung kinderlos, sein jüngerer Bruder Hinnerk jedoch hatte mit seiner Frau Ciris einen Sohn mit Namen Aergrid, der im Sommer 2752 (1110 nKr) geboren wurde. Er wird Erbfolger der Awaren nach Hinnerk.

Als jedoch Vergest unerwartet an einer Krankheit starb, konnte sich ein Mann namens Hrolleif das Amt des Werirs sichern, in dem das Thing mit der Angabe, er sei ein Abkömmling der Byrjun-Sippe, betrog. Als nächstes versuchte er, die Sippe der Awaren vom Grimnfjord zu vertreiben und sich selber dieses fruchtbare Land zu sichern. Nachdem seine vermeintliche Abstammung als Betrug aufgedeckt wurde, besetzte er das Land am Grimnfjord mithilfe einer Gruppe von Friedlosen und Banditen mit Gewalt. Hinnerk gelang es, Hrolleif zu einem Holmgang zu fordern und zu besiegen, womit er die Rechtmäßigkeit des Besitzes der Länder am Grimnfjord nachwies. Hrolleif wurde vom Atlier-Thing mit der heimlichen Unterstützung des neuen Jarkhan entmachtet und für friedlos erklärt. Dies geschah im Sommer 2773 (1031 nKr). Er ertrank später bei einem Schiffbruch. Kurzzeitig wird Hinerk Werir der Atlier. Nachdem Edbald Jarkhan jedoch eine neue Ordnung einführte, nach der Werire jährlich vom Volk gewählt werden sollten, verzichtete er auf das Amt. So wurde im Sommer 2778 (1036 nKr) Aergrid aus dem Geschlecht der Awaren vom Atlier-Thing zum Werir gewählt.

 

Sippe der Awaren

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