Das Volk der Wali

Ursprung des Namens

Der Begriff Wali bezeichnet nicht nur den Gott Wali, sondern auch die Angehörigen des Volkes der Wali . Zu beachten ist, dass der Plural hier gleich dem Singular ist, das heißt, es gibt einen Wali, aber auch viele Wali. Nur im Ausland, sprechen die dortigen Anwohner, die in den Genuss der „Bekanntschaft“ von Wali gekommen sind, von Walis.

Siehe dazu: Sprache der Wali

Verbreitung des Volkes

Die Wali neigen dazu, ihre Einkünfte durch Raubzüge aufzubessern. Oft ziehen Sippen, ja sogar ganze Stämme auf Raubzüge aus und machen Beute. Mit ihren Langschiffen befahren sie dabei alle Meere, ja sogar Welten wie die Yddia oder die estlichen Welt.

Wali haben sich im Lauf der Geschichte in allen Teilen der Welt niedergelassen. Zur heutigen Zeit leben Wali jedoch nur auf der Alten Welt in Waligoi und auf der Yddia in Neu-Westurgoi. Es gehen zwar Gerüchte um, dass auf der estlichen Welt ebenfalls noch Wali leben, aber dies ist nicht bestätigt.

Siehe dazu: Reiche der Wali - Erforschung der der Alten Welt – Waligoi - Neu-Westurgoi

Ordnung der Wali

Die Wali sind hierarchisch gegliedert, ihr Oberhaupt ist der Jarkhan. Die Edlen werden adhalmannr/-kunnyr genannt. Ihnen folgen der lánarmannr/-kunnyr, der höfdhing und der Freie, der fylgdarmannr/kunnyr. Das niedrigste Glied ist der Unfreie, der vinnumannr/-kunnyr. Darüber hinaus gibt es noch einige Personen mit besonderen Titeln, wie der Godhi oder der Skalde.

Sieh dazu: Edle der Wali - Ränge der Wali – Titel der Wali – Ehrentitel der Wali – Godhi – Skalde

Rechtsangelegenheiten und Schlichtungen werden auf einem Thing verhandelt, wobei der Zweikampf als legales Mittel angesehen wird, um eine Entscheidung herbeizuführen.

Sieh dazu: Thing – Ehre und Blutrache – Friedlosigkeit

In Waligoi gibt es als stehendes Heer das Einnher. Im Kriegsfall kann der Jarkhan zusätzlich die Fylkingren der Stämme zusammenrufen. Auf der Yddia gibt es ebenfalls ein stehendes Heer, das vom Jurdfindar (walischer Heerführer der Yddia) geführt wird.

Siehe dazu: Heerwesen der Wali

Das Volk der Wali ist in fünf Stämme unterteilt, die unabhängig voneinander bestehen und in Frieden mit einander leben, geeint unter der Herrschaft eines Jarkhans. Die Atlier leben in Wes-Waligoi, im Hochland von Yggrgard. Die Gauten leben im südlichen Teil des mittleren Drittels. Die Heden leben in Mir-Waligoi und die Bognaren leben im Est-Waligoi. Die Wali der Yddia leben nicht nach Stämmen getrennt, sie finden sich zu Siedlungs- und Dorfgemeinschaften zusammen. Sie nennen sich Beltyren und werden mittlerweilen ebenfalls als Stamm bezeichnet.

Siehe dazu: Stämme der Wali – Atlier – Beltyren – Bognaren – Gauten – Heden

Aussehen der Wali

Wali sind in der Regel hochgewachsen, hellhäutig und blond oder rothaarig. Die Männer tragen die verschiedensten Formen von Bärten, oft Vollbärte, die, wenn sie länger sind, in Zöpfen geflochten werden. Die Frauen tragen ihre Haare lang und geflochten.

Als Kleidung dienen Schuhwerk, Halbstiefel oder Stiefel aus Leder, Beinkleider mit Wadenwickeln, knielange Tuniken und Untertuniken sowie warme Umhänge in gedeckten Farben. Im Winter werden mehrere Schicht Kleidung übereinander getragen und oft auch wärmende Leder- und Fellbekleidung. Unabdingbar bei dem Klima sind Kopfbedeckungen wie Woll- und Fellmützen oder Kapuzen an Umhängen, oft mit Fell verbrämt. Den Reichtum eines Wali stellt er gerne an seiner Kleidung durch Verzierungen, Borten, Armreifen, Ringe und sonstigen Schmuck dar. Auch die Qualität der Stoffe spielt eine Rolle. Währen ein armer Wali oft nur einfache Kleidung aus grober, brauner Wolle trägt, ist die Kleidung eines hochgestellten oder reichen Wali oftmals aus Leinen, feiner Wolle oder ausländischen Stoffen wie Seide oder Samt gefertigt.

Jeder Wali, ob Mann, Frau oder Kind, trägt immer eine Waffe mit sich, im Alltag oftmals lange Messer oder kleine Beile, da jederzeit ihr Einsatz nötig werden kann. Die Kriegswaffen wie Schwerter, Äxte und Speere werden nicht immer mitgeführt, es sei denn, man erwartet einen Angriff. Als Kriegswaffen dienen Lanzen, Äxte, Langschwerter und Bögen. Die Kämpfer schützen sich mit Rundschilden, metallverstärkten Lederhelmen, Lederrüstungen und, wer es sich leisten kann, mit Eisenhelmen und Kettenhemden. Auch hier lieben es die reicheren Wali, mit ihrem Reichtum zu prahlen.

Charakter der Wali

Das Land, in dem die Wali Land erstmals genommen haben ist das heutige Waligoi. Es ist ein raues und kaltes Land, bewohnt von wehrhaften Tieren und Wesen, die den Wali täglich nach dem Leben trachten. Die Götter der Wali verlangen von ihnen, sich gegen-über der Umwelt und ihren Feinden zu beweisen, ansonsten riskieren sie, nach ihrem Tod ausgelöscht zu werden, statt in Walis Halle zu schlemmen und zu feiern. Gleichzeitig haben die Götter klar gemacht, dass sie sich nicht einmischen werden.

Siehe dazu: Seelenbegriff der Wali

Die harten Lebensumstände und der ewige Kampf gegen das kalte Klima und die wehrhaften Wesen und Tiere haben aus den Wali einen zähen und kräftigen Menschenschlag geformt, der in der Lage ist, mit den widrigsten Umständen fertig zu werden, ohne seine Laune zu verlieren. Sie sind abgehärtet gegenüber Kälter und Schmerz und haben kein Mitgefühl gegenüber denjenigen, die Jammern und verzagen. Gleichzeitig achten sie jeden, der einsteckt und austeilt, ohne groß darüber zu reden.

Die Sippe und die Ehre ist dem Wali heilig. Jeglicher Angriff darauf kann heftige Reaktionen auslösen. So war lange Zeit die Blutrache eine oft gewählte Möglichkeit, den Verlust von Sippenmitgliedern oder Ehre auszugleichen. Daher ist ein Wali oftmals mit der Waffe oder der Faust schnell bei der Hand und Händel untereinander sind an der Tagesordnung.

Siehe dazu: Sippen der Wali – Ehrenkodex und Blutrache

Gleichzeitig sind Wali liebevolle Eltern und kümmern sich um ihre Alten und Bedürftigen. Freund- und Gefolgschaften werden von ihnen sorgfältig gepflegt, denn so sorgen sie dafür, in kritischen Zeiten Hilfe und Unterstützung zu erhalten. Wichtig ist ihnen ebenfalls die Gastfreundschaft, denn in einem Land wie Waligoi kann es den Tod bedeuten, des Nachts kein Dach über den Kopf zu haben.

Alltag der Wali

Die Wali sprechen, wen wunderts, Walisch. Diese Sprache ist mit keiner der heute noch gesprochenen Sprachen verwandt und stellt oft ein großes Hindernis für Reisende anderer Länder in den walischen Reichen dar.

Siehe dazu: Lehrbuch der Walischen Sprache

Der Wali lebt in einer Familie, die Bestandteil einer Sippen ist. Die Familie und die Sippe bietet ihm Schutz und Hilfe. Seit dem die Wali seßhaft geworden sind, lebt eine Familie in der Regel in einem Langhaus, das entweder auf dem Land der Familie steht oder Bestandteil eines Dorfes ist. Nur noch der Stamm der Heden lebt wie seine Vorväter nomadisch. Manche dieser Dörfer entwickeln sich mit der Zeit zu Handelsplätzen und später zu Städten, die zumeist von Palisaden geschützt sind. Die größte Stadt der Wali ist ihre Hauptstadt, Yggrgard.

Siehe dazu: Langhaus – Dörfer der Wali

Die Wali leben von Ackerbau, Viehzucht, Jagd und der Fischerei. Handwerker kümmern sich um die Herstellung von Werkzeugen, Schiffen und anderen Waren und wandern oftmals von Hof zu Hof um dort Dienste anzubieten, die mit den einfachen Mitteln des Hofes nicht geboten werden können.

Siehe dazu: Landwirtschaft in Waligoi

Die Wali glauben zwar an Götter und deren Wirken, jedoch besagt ihr Glaube auch, dass sie sich gegenüber den Göttern beweisen müssen und diese ihnen deshalb nicht helfen. Daher hält sich die Religionsausübung in Grenzen. Heilige Stätten gibt es zwar, aber zumeist liegen sie weitab von Siedlungen. Dennoch verfügen die Wali über einen reichhaltigen Schatz an Überlieferungen und Glaubensvorstellungen. Ihre wichtigsten Götter sind Wali, Alswidr, Höggr, Hyldir und Lifur.

Siehe dazu: Götter der Wali – Glaubensvorstellungen der Wali

Die Wali kennen viele Arten, sich die langen Winterabende zu verkürzen. Neben vielen kurzweiligen Spielen werden auch Künste wie das Musizieren auf einfachen Musikinstrumenten musiziert, das Singen von Liedern und das Vortragen von Sagen, Geschichten und selbstverfassten Versen gepflegt. Auch der Tanz von Langtänzen und das Verzapfen vielfältiger und ausgeklügelter Streiche gehören dazu.

Siehe dazu: Langtanz – Musik der Wali – Dichtung der Wali – Liedgut der Wali –

Walische Spiele

Was jedoch bei jeder Aktivität der Wali dazu gehört, ist der Met. Er wird in riesigen Mengen gebraut und ist das „Grundnahrungsmittel“ der Wali. Daneben ernähren sich die Wali von Fleisch, Fisch, grobkörniges Brot, Brei, Käse, Seetang, Früchte und Beeren. Als Getränke dienen ihnen, sofern kein Met zur Hand ist, Bier, (importierter) Wein, Milch, Obstsäfte und im äußersten Notfall auch Wasser.

Siehe dazu: Met

Wali nutzten jede Gelegenheit, zusammen zu kommen und zu feiern. Hochzeiten, Beerdigungen und Things bieten willkommene Anlässe. Zusätzlich bietet der Jahreslauf noch weitere Anlässe, so sind die vier größten Feiertage der Wali das Saatfest, der Mittsommer, der Erntedank und der Mittwinter. Diese Feierlichkeiten bieten oftmals die einzige Möglichkeit, mit den Mitgliedern anderer Sippen und Familien zusammen zu kommen und haben somit eine wichtige soziale Funktion. Freundschaften werden gepflegt, Heiraten vereinbart, Streitigkeiten beseitigt und gemeinsame Reisen besprochen. Darüber hinaus sind sie ein wichtiges Mittel, um Nachrichten und Neuigkeiten zu vermitteln.

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