Bognaren

Herkunft

Die Bognaren sind einer der fünf Stämme des Volkes der Wali. Hervorgegangen ist der Stamm aus einem der alten Kriegerbünde der historischen Waljar, die sich vor etwa dreihundert Sommern von ihrem alten Wanderungsgebiet auf nach Norden Richtung Waligoi machten. Davor wanderte das Volk über fast zweitausensiebenhundert Sommer auf den Ebenen des zentralen Urassu.

Die Bognaren waren der letzte der Kriegerbünde der 50 Sommer nach den Atliern nach Waligoi einwanderte. Die Woregnar wie sie damals noch hießen wanderten nördlich des Isburdrets entlang der Est-Küste des Endlosen Ozeans bis an den Isströndr an die Norestspitze Waligois. Entlang des gesamten Küstenstreifens siedelten sie. An den estlichen Fjorden gründeten die Woregnar Vredebruk im Sommer 2583 (941 nKr) und drei Sommer später Askiviken. Letztere wurde schon fünf Sommer später im ersten Rukr-Krieg zerstört. In Folge dieses Krieges werden die Woregnar zerstreut. Der Stamm geht unter und zerfällt in nomadische Familien und Sippen.

Geografie

Ihr Stammesgebiet erstreckt sich entlang der Est-Küste des Endlosen Ozeans von dem Stammesgebiet der Heden bis an den Isströndr, der Norestspitze Waligois. Warme Strömungen des Ozeans und beständige Seewinde sorgen dafür, dass aus der in diesen Breiten sonst ständig vereisten Tundra schon früh in den Frühlingsmonaten bis in die späten Herbstmonate eine weidefähige Steppe wird und entlang der ganzen Küste Ackerbau betrieben werden kann. Die bewaldeten Höhenzüge des Ulfurbyrnur bilden eine natürliche Grenze gen Sud und Wes. Zudem schirmen sie vor der grausamen Kälte des dahinterliegenden Isburdrets ab. Da die Bognaren von jeher Nomaden waren haben sich nur wenige Siedlungen gebildet. Die drei größten sind Nya Askivik auf der Halbinsel die durch den Kedirfjord und den Kulfjord gebildet wird. Beide Fjorde sind durch die warmen Meeresströmungen auch den größten Teil des Winters eisfrei. Der Hafen von Friedborg am Friedfjord ist sogar den gesamten Winter über eisfrei. Tanstat liegt am Fuße der Haeturd Byrgr. Alle drei Städte sind als Handelplätze der Kjalkfälen und Vaidaren entstanden. Ebenso gibt es viele Bognaren, die mit ihren Rentier- und Thrumariherden dem Ewigen Weg zwischen der Küste und dem Ulfurbyrnur und vom Isströndr bis zu dem Fjord, der das Myrkjurd mit dem Ozean verbindet, folgen. Letzterer wird der Drakurmunnyrd, der Drachen Mund genannt. Ebenso dem Lauf der Jahreszeiten folgend, sind die Veidaren als Pelzjäger in die Wälder des Ulfurbyrnur gegangen. Ein weiteres Drittel der Bognaren wurde an den milden Küstenregionen sesshaft, wo sie durch das milde Klima begünstigt wurden. Die warme Meeresströmung und vor allem die heißen Quellen in den Hügeln ließen sie äußerst erfolgreich werden. Diese waren es auch, welche die Fischerei und die Seefahrt für die Bognaren entdeckten und betrieben. Askivik und Friedborg wurden nicht zuletzt durch den Seehandel die wichtigsten Handelplätze der Bognaren. Von hieraus verkauften sie unter anderem die Felle, die die Veidaren erjagt hatten. Besonders die Atlier waren und sind die größten Abnehmer an Eisbären- und Schneeleopardenfellen, während die Heden gerne auf Bullen von Thrumari-Züchtern für ihre eigenen Herden zurückgreifen. Eines der größten Naturschauspiele im Bognarjurd sind die fontänenartigen Ausbrüche der Geysiere von Byrhur.

So sehr alle drei Volksgruppen auf ihre Eigenheiten bedacht sind, so sehr stehen sie bei einer Bedrohung von Außen zusammen. Egal ob diese von den anderen Stämmen der Wali, von den Rukr oder anderen Aggressoren ausgehen. Das Bognarjurd hat seinen Namen durch die sehr guten Bogenschützen der Veidaren und Kjalkfälen erhalten, während die Utortren die Nachkommen der einstigen sesshaften Woregnar und der Siedler der anderen walischen Stämme sind.

Geschichte

Direkt nach der Einwanderung hatten die Woregnar ihre größte Blüte, in der sie die beiden Städte Vredebruk im Sommer 2583 (941 nKr) und Askiviken im Sommer 2585 (944 nKR) erbauen. Diese Städte sind am Anfang kaum mehr als eine Ansammlung von Holz- und Grassodenhäusern gewesen. Doch schnell werden sie zu den bedeutendsten Handelsplätzen in Nor-Est Waligoi. Leider währt die Zeit der Städte nicht lange. Schon im Sommer 2590 (949 nKr) werden sie durch massive Rukr-Angriffe zerstört. Da weder Verdebuk noch Askiviken über Mauer oder Palisaden verfügen machen die Rukr sie dem Erdboden gleich.

In der Zeit des ersten Rukr-Kriegs werden die sesshaft gewordenen Woregnar in alle Winde zerstreut und das Veidarjurd nur noch von wenigen nomadischen Familien und Pelzjägern durchstreift. Handwerker und Bauern finden Aufnahme bei den anderen Stämmen, besonders bei den Gauten und Atliern, in deren Bevölkerung sie aufgehen. In der Tundra des Estlichen Waligoi finden sich die verbliebenen Familien zu kleinen Sippen zusammen. So gab es die Kjalkfälen, die mit ihren Herden den Jahreszeiten entsprechend über die Weiten der Tundren gen Nor und Sud ziehen. Die Vaidaren, die Pelzjäger, zogen sich in die Hügelkette des Ulfurbyrnur und seiner undurchdringlichen Wälder zurück.

Erst lange nach der Finsternis, haben sich die Bognaren neu als eigener Stamm entwickelt und durchgesetzt. Bedingt durch die Flucht vor den wolsischen Besatzern Waligois nahm die Bevölkerungsanzahl im Stammesgebiet entlang der Est-Küste des Endlosen Ozeans zu. Viele Gauten, Atlier und auch einige Heden verließen die ihre Stammesgebiete und begannen im entvölkerten Veidarjurd zu siedeln. Diese Siedler waren es vor allem, die die Städte Vredebuk und Askiviken, die ab jetzt Friedborg und Askivik heißen, wieder aufgebauten. Der Wiederaufbau begann in den Sommern 2674 (1032 nKr) bis 2676 (1034 nKr). Doch erst während der Besetzung durch die Horde der Finsternis werden die einzelnen Familiensippen und kleineren Stammesverbände und die gautischen, atlierischen und hedischen Siedler zu den heutigen Bognaren vereint. Als Stunde der Wiedervereinigung gilt der Sommer 2776 (1234 nKr) (14 ndF). Tanstat wird im Sommer 2664 (1022 nKr) als Verwaltung für die sudlichen Gebiete und als Ausgangsbasis für weitere Kriegszüge gegründet. Von Tanstat und Friedborg aus formiert sich im Veidarjurd der Widerstand gegen die wolsischen Besatzer im Waligoi. Allen Strafexpeditionen zum Trotz werden die Städte von den wolsischen Kriegern nicht gefunden. Dafür entdecken sie im Sommer 2687 (1045 nKr) Askivik welches sie fälschlich für Friedborg halten und angreifen. In einer Schlacht, wie sie seit den Zeiten des ersten Rukr-Kriegs hier nicht mehr gesehen wurde, verteidigen sich die Bewohner der Stadt und der umliegenden Gehöfte gegen ein zahlenmäßig überlegenes Heer. Nur der Masse und ihrer militärischen Disziplin verdanken die Wolsi ihren Sieg. Askivik wird niedergebrannt. Im Sommer 2767 (1125 nKr) (5 ndF) wird Nya Askivik neben den Ruinen Askiviks gegründet. Neun Sommer später 2776 (1234 nKr) (14 ndF) werden von Lögnar Höfdhing die Stämme und Sippen des Veidarjurds wiedervereint.

Zum ersten Mal nach fast 200 Jahren erstarken die Woregnar, die sich jetzt Bognaren nennen, wieder zu einem Stamm der Wali, der vier Sommer später einen großen Zuwachs durch all jene Wali die vor ihren Weriren fliehen musssten, erfährt. Keines Werires Hand reicht bist in Bognarjurd (Land der Bogenschützen) wie das Veidarjurd jetzt genannt wird. Wiederum zwei Jahre später im Sommer 2782 (1249 nKr) (20 ndF) werden die Bognaren vom Jarkhan und den Weriren der anderen Stämme anerkannt. Lögnar lánarmannr wird erster Werir der Bognaren, der eine besondere Beziehung zu dem Werir der Gauten hat. Die Gauten hatten von Anfang an die Bognaren unterstützt. Doch der Werir hatte sich nicht nur Freunde unter den Bewohnern des Bognarjurds gemacht. Besonders die Veidaren hielten nicht viel von der Fremdbestimmung durch einen Werir der nicht aus ihren Reihen stammte. War man doch die letzten 200 Sommer gut ohne so etwas aus gekommen. Zudem schürte die Horde der Finsternis diesen Umstand und als dann noch der Werir einen Nicht-Veidaren zum Jarl des Isarjurds machte, war das Maß voll. Im Sommer 2790 (1257 nKr) (28 ndF) brannten sie Nya Askivik nieder und vertrieben den Werir. Noch im selben Winter setzte der Jarkhan einen neuen Werir ein. Dieser setzt Jarle aus den jeweiligen Volksgruppen ein und nutzt sie als Berater. Ein Jahr später lässt er Nya Askivik wieder aufbauen. Seit der Zeit der Einwanderung standen die Bognaren mehrfach vor der Auslöschung. Das hat besonders die Familien und Sippen gestärkt. Sie sind die eigentlich Mächtigen im Land der Bogenschützen. Sie haben einen Werir, den sie selbst aus ihren Reihen wählen. Damit waren sie der erste Stamm bei dem das Amt nicht mehr erblich war, was später von allen anderen Stämmen übernommen wurde. Ihr größter Vorteil ist zugleich ihr größter Nachteil. Sie sind und werden nie wie die anderen Stämme eine geschlossene Einheit sein.

Religion

Die Religion der Bognaren ist genauso vielschichtig wie ihr Leben und ihre Geschichte. Wie alle Wali verehren sie alle Götter nach der Devise so wenig Hilfe der Götter wie möglich, so viel Hilfe der Götter wie nötig. Und meist ist die Hilfe der Götter nicht nötig. Das schaffen die Männer und Frauen der Bognaren auch so. Besonders ist ihnen aber Hyldir nahe. Als Stammesgöttin wird sie von den sesshaften Utortren angebetet. Sie ist eine der Hohen Götter Waligois auch Thekkja genannt, die Herrin der Seelen. Bei den Kjalkfälen und bei den Veidaren ist der Schamanismus weit verbreitet, so dass die Stammesgöttin in ihrer Vorstellung eher ein Luftgeist ist. Hyldir wird im walischen Götterbild auch als Schicksalsgöttin und Botin Walis, Höggrs und Alswidrs angesehen. Ihr Symbol ist der geflügelte Seedrache.

Weiterführende Artikel

Sippen der Bognaren - Jarlrat der Bognaren

Orte

Nya Askivik - Friedborg

Regionen

Utordjurd - Kverkarjurd - Isarjurd - Ulfurbyrnur - Drakurmunnyrd - Isströndr - Byrhur -Yrt

Sonstiges Quellen

Walische Kunde Nr. 12

© 2019 Walische Webseite