Hyldir

Sie ist die Seelen vergebene und prüfende Göttin, zugleich Dreieinigkeit der Gemahlinnen des Wali, Asa, des Alswidr, Dis, und des Höggr, Aelf. Sie wird Thekkja und neuwalisch auch Hyldir genannt. Hyldir ist kühn im Kampf und eine unfehlbare Schützin mit dem Bogen. Sie wird von Jägern und Bogenschützen auf  Zielgenauigkeit und von Schwangeren um eine gutes Schicksl ihres ungeborenen Kindes angerufen.

Sie kann drei Formen annehmen. Wenn sie über die Jags wacht, hat sie die Form eines in Felle gehülltem Mädchens, die ihren mächtigen Bogen namens Hyrtsveigr mühelos spannen kann und ihr Ziel niemals verfehlt. Richtet sie über die Seelen der Toten, nimmt sie die Form eines Wyrm mit rotgoldener Haut an, der Feuer speien kann. Wenn sie jedoch die Seelen in die Körper von Menschen pflanzt und so ihr Schicksal bestimmt, nimmt sie die Form einer riesigen roten Spinne an, deren Anblick Schrecken verursacht.

Sie ist die Herren über die Seelen, indem sie sie in einem Körper befestigt, ihnen eine Lebensspanne zuweist und nach dem Tode die Seele beurteilt um die Würdigen in Walis Halle Veislaheim zu schicken. Sie hat eine eigene Halle namens Ekkstadur, die tief unter dem Hymir im feurigen Inneren der Welt nahe dem Stom des Urfeuers, dem Fornysjara, liegt. Dort verbrennt sie in ihrer feurigen Drachengestalt die unwürdigen Seelen. In ihrer Macht steht es auch, die Lebensdauer eines Menschen zu verlängern oder zu verkürzen. Gleichzeitig ist Hyldir die Göttin der Wälder und der Jagd. Daher ist ihre Waffe der Bogen.

Sie ist die Einzige, die Teile des Urrkvæði verstehen kann. So kann sie in die Vergangenheit und in die Zukunft blicken und jedem sein Schicksal bescheiden.

In Walis Halle steht für sie ein Hochsitz aus verbranntem Holz. Er wird nicht bewacht, denn niemand anderes wagt es, darauf zu sitzen. Sein Name ist Fyrirsyn, Vorherwissen.

Das walische Runenlied besagt:

      Die jagdeifrige Göttin Hyldir           herrscht in den dunklen Wäldern.

      Gutes Jagdglück bringt sie,           Ruhe und scharfen Sinn dem Jäger.

      Auf dem Holz des Bogens             und dem Schaft des Pfeiles

      wird unfehlbar der Schuss           und sicher die flinke Beute.

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