Bauern

Auch wenn manche Städte in Waligoi einem groß vorkommen, die meisten Wali sind Bauern und leben dort, wo es fruchtbaren Boden und genug Weidgrund für ihre Herden gibt. Zumeist leben die Bauern einer Gegend in Dorfgemeinschaften zusammen, um sich gegenseitig Schutz und Unterstützung zu bieten. Die Dörfer liegen auf Erhöhungen und meistens nahe einem Bach oder Fluss. Von besonderer Wichtigkeit ist es, dass man vom Dorf aus einen guten Blick auf die Umgebung hat, damit man nicht von Feinden überrascht werden kann.

Die walischen Bauern leben in Großfamilien, die alle gemeinsam in einem Langhaus wohnen. Auch Unfreie wohnen gemeinsam mit der Familie. Es ist üblich, dass der älteste Sohn des Familienoberhaupts den Hof übernimmt. Andere Söhne müssen den Hof verlassen und anderswo ihr Glück suchen. Töchter werden so verheiratet, dass auch die Sippe einen Nutzen davon hat.

Reiche Bauern sind nicht auf Dörfer angewiesen. Sie ziehen mit ihren Gefolge und dem gesamten Hausstand auf ihre Gutshöfe, die in der Größe von kleinen Dörfern nicht zu unterscheiden und oft sogar befestigt sind. Dort stehen mehrere Langhäuser mit Scheunen, Schuppen und kleinen Häusern für die Unfreien. Oft sind sie, da ihre Krieger besser ausgebildet und ausgerüstet sind, viel besser in der Lage, sich zu verteidigen als dies eine Dorfgemeinschaft ist.

An Tieren kann ein Hof Thrumari, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Gänse, Enten, Hühner und Kaninchen aufweisen. Meistens gibt es einige Hunde und Katzen, um die Umtriebe von Füchsen, Mardern, Ratten und Mäuse zu verhindern. Die Felder werden mit Mauern aus Feldsteinen und Grassoden gegen das Eindringen von Tieren geschützt. Weiden werden mittels Holzlattenzäunen abgegrenzt. Die Felder werden mit Gülle und Mist gedüngt und mittels eisernen, von Ochsen gezogenen Pflügen und Eggen für die Aussaat vorbereitet. Geerntet wird mit Sicheln und Sensen. Im Sommer und Herbst, wenn die meiste Arbeit anfällt, werden auch Wanderarbeiter eingestellt, die sich damit teilweise auch die Unterkunft für den Winter erarbeiten.

Neben den Äckern für Feldfrüchte umgeben die Höfe große Weiden und Wiesen, die vor allem zur Ernte von Heu dienen, mit dem die Tiere über den Winter gebracht werden müssen. Für das Heu werden Scheunen gebaut, die es bis zum Winter trocken halten sollen. Im Sommer dienen die Scheunen den Unfreien oft als Unterkunft.

Gerade auf Bauernhöfen gibt es eine abwechslungsreiche Ernährung, obwohl die Vorräte in langen Wintern durchaus einmal knapp werden können. Dazu gehören

    • Getreide wie Roggen, Hafer und Gerste in Form von Brot und Brei,
    • Fleisch verschiedener Haus- und Wildtiere wie Schwein, Rind, Fisch, Robbe, Karibu und Wal,
    • Gemüse wie Karotten, Kohl, Lauch, Zwiebeln, Algen, Rüben, Erbsen, Bohnen und Linsen,
    • Obst, wie Birnen, Äpfel, Erdbeeren, Him- und Brombeeren, Blaubeeren, Hagebutten,
    • Pilze,
    • Nüsse,
    • Milcherzeugnisse, wie Milch, Butter, Käse, Joghurt und Quark
    • Wildkräuter
    • Honig
    • Met, Bier
    • Salz
    • Gewürze (sofern man reich genug ist).

Da die Winter hart und lang sind, wird das Vieh oftmals in Verschlägen im Haupthaus untergebracht. Sowohl Mensch als auch Tier haben davon ihre Vorteile, auch wenn dann der Geruch im Haus so manchen verwöhnten Städter recht arg zu sein scheint.

Im Sommer werden Rinder und Schafe oft auf Hochweiden getrieben, wo sie den Sommer über auf sich gestellt Nahrung suchen müssen. Auch die Schweine durchstreifen alleine Wälder und Wiesen, um sich fett zu fressen. Anders als Rinder oder Schafe können sie selbst für ihre Sicherheit sorgen. Milchgebende Kühe und Ziegen blieben auf Weiden in der Nähe des Hofes, da sie täglich gemolken werden müssen und die Milch sofort verarbeitet wird.

Thrumari haben bei den Wali eine besondere Bedeutung. Jeder, der etwas auf sich hält und es sich leisten kann, hat auf seinen Gütern eine zumindest kleine Herde dieser Tiere, die nicht wie die üblichen Rinder behandelt werden. Sie leben halbwild auf den Weiden und ziehen, wohin sie wollen. Wie zum Ausgleich „gestatten“ sie es den Wali, auf ihnen zu reiten. Im Kampf gegen die Rukr sind sie den Wali ein guter Verbündeter.

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