Sittengedicht

Entstehung

Das Alte Walische oder Waljarische Sittengedicht wurde bereits im 25. Sommer der Existenz der Waljar (entspricht vermutlich 1617 vKr) unter Wegtam, erster Khan der Waljar, als Lebensregel der Waljar bestimmt und über viele Menschenalter mündlich überliefert. Dabei hat es sich der sich ändernden Lebensweise der Wali stets aufs Neue angepasst. Die vorliegende Sammlung von Sinnsprüchen entstammt der Feder von Aergrid Hinnerkson.

Das Altwaljarische Sittengedicht

Die Waffen bereit

 

halte der kluge Mensch

jederzeit in der Fremde.

Nicht wissen kann er

 

wie bald des Schwertes

er gegen Feinde bedarf.

 

 

 

Der unkluge Mensch

 

glaubt ihm gewogen

die ihm freundlich tun.

Braucht er Hilfe jedoch

 

wird bald er merken

wie wenig Freunde er hat.

 

 

 

Leere nur das Horn

 

mit weisem Maße

Laster nennt es niemand.

Der Unklugen Sinne

 

mindert herber Met

und löst geschwätzige Zunge.

 

 

 

Verzagter Mensch

 

zittert vor Allem

und durchwacht die Nacht.

Sorge beschleicht

 

die Unverzagten

nur selten ohne Grund.

 

 

 

Der weise Mensch

 

vergelte Übles

nicht am gleichen Tag.

Unweise ist der

 

der ohne Verstand

wütet gegen Widersacher.

 

 

 

Glücklich der Mensch

 

der selbst sich raten kann

in allen Dingen.

Nicht weiß er

 

in welcher Absicht

ist der Anderen Rat.

 

 

 

Verachte nicht

 

den bedürftigen Menschen

der Schutz bei dir suchen will.

Überlegen dünkt sich

 

wer mit heiler Haut

sitzt im eigenen Heim.

 

 

 

Freundschaft erwidere

 

dem alten Freund

Gabe vergelte mit Gabe

Des Freundes Feind

 

jedoch vergelte

jede üble Gesinnung.

 

 

 

Kennst du einen

 

dem du wenig vertraust

weil dir sein Sinn übles verheißt

sei weise mit Worten

 

und halte an dich

Zahle üble Gabe mit Vergeltung.

 

 

 

Der erhebe sich früh

 

wer an sich bringen will

des Anderen Habe und Kopf.

Den Schlafenden

 

gelingt kein Sieg

noch den Langsamen die Jagd.

 

 

 

Weise und aufmerksam

 

ist der umsichtige Mensch

und vorsichtig im Zutrauen.

Des Unklugen Worte

 

Anderen anvertraut

büßt er oft bitter.

 

 

 

Die Früchte verdorren

 

das Vieh stirbt

wenn niemand sich schert.

So geht es dem Menschen

 

um den niemand kümmert

Wozu ist er noch da?

 

 

 

Der Armlose hütet,

 

der Stumme kämpft

der Hinkende taugt zur Wacht.

Leben ist besser

 

als zu liegen im Grab

Keinen Nutzen bringt ein Toter.

 

 

 

Lobe am Morgen

 

das Fest des Abends

den Met, wenn er getrunken.

Den Speer nach der Schlacht

 

die Ernte im Winter

Das Thrumar nach dem Ritt.

 

 

 

Ein Anführer muss

 

wenn Macht er benutzt

mit weiser Bedacht dies tun.

Keiner ist sicher

 

wenn Feinde er hat

dass ein Anderer im nicht gewachsen ist.

 

 

 

Der verständige Mensch

 

muss weise sein

doch nicht zu weise.

Des Überweisen Herz

 

ist selten sorgenfrei

ahnt er das Schicksal voraus.

 

 

 

Der weise Mensch

 

sendet keine Runen

noch befragt er die Götter.

Was Götter sagen

 

und Runen wirken

bringt oft übles Geschick.

 

 

 

Vorfahren sterben

 

Freunde sterben

auch du wirst sterben.

Doch eines stirbt nicht

 

wenn man's erwarb:

Des Menschen Tatenruhm.

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