Zweikampf
Unter einem Zweikampf verstehen die Wali nicht das wilde Gehaue und Gesteche zwischen zwei Personen auf dem Schlachtfeld oder in einer Methausschlägerei. Ein Zweikampf ist eine geplante Auseinandersetzung zwischen zwei Personen nach vorgegebenen Regeln und mit der festen Absicht, dass einer von beiden sterben soll. Oft werden Zweikämpfe ausgeführt, um Rechtssachen zu entscheiden oder Beleidigungen zu vergelten. Ein Zweikampf wird gelegentlich auch Holmgang (sofern er auf einer kleinen Insel erfolgt) oder Rutengang (wenn das Feld mit Ruten ausgelegt wird) bezeichnet.
Geregelte Zweikämpfe sind ein wesentlicher Teil der walischen Rechtsfindung. Sie bieten die Möglichkeit, Gerechtigkeit zu erlangen, ohne dass Reichtum oder Ansehen eine besondere Rolle spielen. Besonders für Krieger bieten sie die Möglichkeit, Einfluss und Ansehen zu gewinnen, denn oftmals sind in Friedenszeit solche Möglichkeiten selten. Man sollte jedoch daran denken, dass man solcherart seinen Ruhm vermehren aber auch schnell verlieren kann. Denn nicht verachtet der Wali mehr als starke Kämpfer, die sich im Zweikampf mit schwächeren messen wollen.
Kampf im Rutenkreis
Der Kampf im Rutenkreis dient dazu, Zwistigkeiten zwischen zwei Männern auf eine geregelt und vom Recht anerkannte Weise zu beenden. So ist es auch möglich, einem Urteil eines Things zu widersprechen, indem man den Gegner zu einem Zweikampf herausfordert.
Für Zweikämpfe dieser Art gibt es Regeln. Üblicherweise findet er in einem mittels Ruten ausgelegten Kreis statt. Vor dem Kampf müssen beide Männer sich einigen, wann ein Sieg feststeht und wie, man bewaffnet sein muss. Darüber hinaus gilt allgemein, dass man einen Kampf verloren hat, wenn man den Rutenkreis verlässt, sei es auch nur mit einem Fuß.
Gebräuchlich ist es, den Kampf zu beenden, wenn entweder das erste Blut fließt oder der Gegner am Boden liegt. So gehen viele solcher Zweikämpfe für beide Seiten glimpflich aus. Es gibt aber auch genügend Beispiele, dass bis zum Tod des Gegners gekämpft werden muss.
Eine Zeit lang war es möglich, Stellvertreter in den Kampf zu schicken. Dia dies jedoch gelegentlich von reichen Männern missbraucht wurde, ist diese Möglichkeit seit etwa zehn Jahren verboten.
Gelegentlich wird auch statt des Rutenrings eine kleine Schäre im Meer oder einem See als Kampfplatz gewählt. Wer dabei ins Wasser trat, galt als habe er den Ring verlassen.
Einvigi
Auch Zweikämpfe, die nicht den Regeln des Rutenkreises nach erfolgten, können durchaus auch als rechtens angesehen werden. Sie werden Einvigi genannt. Dazu gehört jeder Kampf, in dem einer der Gegner tot liegen bleib. Der Sieger ist jedoch verpflichtet, diesen Totschlag den nächsten Bewohner anzuzeigen und zu beweisen, dass er zwischen Kampf und Benachrichtigung keinen Met getrunken hat. Damit gilt er nicht als Mörder, ist jedoch, anders als bei einem Kampf im Rutenkreis, nicht von der Blutrache befreit. Meistens wird diese Form der Rache angewendet, wenn der Gegner sich weigert, in den Rutenkreis zu steigen.
