Atlier
Aussprache
Ausgesprochen wird das Wort At-li-er, eine andere Schreibweise kann auch „Atlir“ sein, allerdings mit der gleichen Sprechweise wie oben.
Herkunft
Die Atlier sind einer der fünf Stämme des Volkes der Wali. Hervorgegangen ist der Stamm aus einem der alten Kriegerbünde der historischen Waljar, die sich vor etwa dreihundert Sommern von ihrem alten Wanderungsgebiet auf nach Norden Richtung Waligoi machten. Davor wanderte das Volk über fast zweitausensiebenhundert Sommer auf den Ebenen des zentralen Urassu.
Die erste Einwanderungswelle nach Waligoi wurde von den Atliern durchgeführt, wodurch sie mit Fug und Recht als die Wali gelten, die am längsten in diesem Land leben, allerdings nur etwa fünfzig Sommer länger, als die anderen. Nachdem sie ganz Waligoi durchwandert hatten, langten sie im Hochland an der Küste des Yggrfjords an, wo es für reitende Nomaden, die zu dem Zeitpunkt noch nichts von Schifffahrt wussten, nicht mehr weiterging. Dort also ließen sie sich nieder und gründeten die ersten drei Städte, nämlich Borklint, damals Borkalant genannt, Kordark, Kradarak genannt, und Yggrgard. Borklint ist die erste aller walischen Städte, die in Waligoi gegründet wurden. Das war im Sommer 2496 (854 n.Kr.). Bereits ein Jahr später wurde Kordark errichtet und noch ein Jahr später Yggrgard. Letztere ist jedoch keine reine Stadt der Atlier, denn nach allgemeiner Auffassung ist sie die Stadt des Jarkhan und des Einnhers, welches sich aus allen Stämmen rekrutiert. Dennoch stellen die Atlier dort mehr als die Hälfte aller Einwohner. In späteren Jahren entstanden noch die Städte Monborg im zentralen Hochland, Nyr im nördlichen Hochland, Fjordborg an den Küsten des Endlosen Ozeans und Varmborg an einem Seitenfjord des Yggrfjords.
Der Stamm der Atlier ist kleiner als die Stämme der Gauten, Bognaren und Beltyren, jedoch größer als der der Heden. Dies liegt zum einen an den im Gegensatz um Flachland härteren Lebensbedingen im Hochland, aber auch daran, dass das Hochland aufgrund der Tatsache, dass dort die Hauptstadt der Wali liegt, viel häufiger Schauplatz von Kriegen war als andere Teile Waligois. Daher sind viele der Atlier entweder während solcher Kämpfe umgekommen oder in andere Teile Waligois oder sogar der Welt gegangen, um bessere Bedingungen zu suchen. So sind viele Mitglieder der anderen Stämme entweder ehemalige Atlier oder deren Nachkommen. Wer jedoch zurückblieb, war den Bedingungen des Landes besser gewachsen. Sie wurden zäher und entwickelten Gebräuche und Lebensweisen, die ihnen einen gewissen Vorsprung bei kriegerischen Tätigkeiten und dem Aushalten widriger Bedingungen gaben. So unterscheiden die Atlier eher scherzhaft zwischen dem Hárlaðwali, dem Hochlandwali oder auch Hárrár, Hochländer, genannt und dem Djuplaðwali, dem Flachlandwali, auch Djupar, Flachländer genannt, wenn es um die Charakterisierung eines Wali geht. In neuerer Zeit ist noch der Begriff Hlývatnarwali, also Warmwasserwali, kurz Hlýrar, die Warmen, für die Wali aus Neu-Westurgoi aufgekommen. Wenn es aber um ernsthafte Dinge wie dem Kämpfen oder dem Trinken geht, hat kein Atlier Bedenken, neben einem anderen beliebigen anderen Wali im Schildwall zu stehen oder aus dem gleichen Horn zu trinken, bis einer von beiden fällt.
Insgesamt sind durch viele Wanderungen im Lauf der Zeit sowie durch die Schaffung des Einnhers die Grenzen zwischen den Stämmen verwischt, so dass diese sich oft nur durch ihre geografische Lage und dort gepflegte Gebräuche unterscheiden. Allerdings mit einer Ausnahme. Die Atlier haben währen der Ersten Rukr-Kriege die Überreste des ursprünglich in Waligoi beheimateten Volkes der Annar aufgenommen, die schon Jahrhunderte vor den Wali in diesem Land wohnten und noch vor deren Ankunft bis auf wenige Reste von den
Rukr vernichtet waren. Obwohl die Annar spurlos unter den Atliern aufgingen, haben sie ein Erbe hinterlassen. Sie waren zu ihrer Zeit große Baumeister und Reste dieses Wissens werden nun bei den Atliern bewahrt. Wenn es darum geht, irgendwo ein größeres steinernes Haus oder eine Mauer zu errichten, ist immer ein Atlier der Baumeister. Allerdings sind solche Bauwerke eher selten. Das berühmteste ist jedoch die Steinmauer um Yggrgard, bei der, Sagen zufolge, noch ein Annar der Baumeister gewesen sein soll. Außerdem blieben noch einige Vornamen, die auch heute noch Kindern gegeben werden.
Geografie
Das Gebiet der Atlier erstreckt sich von den Tönnyr im Osten bis zum Yggrfjord im Westen und vom Hymir im Süden bis zum Endlosen Ozean im Norden. Große Teile dieses Landes sind immer noch Wildnis, von Tundra, Heide und verkrüppeltem Buschwald bedeckt, denn aufgrund der harten Winter, die schon früh aus dem Norden und von den Tönnyr hereinbrechen, ist Landwirtschaft nur in geschützten Bereichen wie tiefen Tälern, flacheren Küstengebieten sowie den Landschaften, in denen heiße Quellen und Dämpfe aus dem Boden strömen möglich. Ansonsten werden große Herden von Thrumari und Rentieren gehalten. All dieses reicht jedoch nicht aus, die gesamte Bevölkerung zu ernähren. Daher mussten die Atlier sich nach ihrer Ankunft von einem Reitervolk zu einem Volk von Seefahrern wandeln und Schiffe bauen, um durch Fisch- und Walfang die Lebensgrundlage des Altierlandes zu sichern. Da jedoch die Bedingungen für die Seefahrt im Yggrfjord besonders launisch sind, haben sich aus den einstmals plumpen Booten und den unerfahrenen Fischern im Lauf der Jahrhunderte die wendigen und eleganten Schiff und die unerschrockenen Seefahrer entwickelt, die heute noch die Meere und Küsten in Angst und Schrecken versetzen. Der Ehre halber sei jedoch erwähnt, dass diese Entwicklung zeitgleich in ganz Waligoi stattfand.
Menschen
Die Menschen selber sind von hohem Wuchs und hellem Blick. Am Ende des Lebens in Walis Halle gerufen zu werden ist das Ziel aller Atlier und danach richten sie ihr Handeln und Denken aus. Geprägt wird dieses durch die Verse des alten Sittengedichtes. Dies macht die Menschen eigensinnig und schwer zu lenken, aber immer bereit, auch in schwierigen Situationen ihr Bestes zu geben und bis zuletzt dem zu folgen, was sie für richtig halten. Ein Ergebnis diese Strenge ist ein starkes Familien- und Sippengefühl. Jeder achtet stark darauf, woher und von wem jemand abstammt und wie dadurch die Stellung zueinander ist. Ausgeglichen wird dies durch zweierlei. Das eine ist ein starkes Gemeinschaftsgefühl in kritischen Situationen, was sich durch weitreichende gegenseitige Hilfe bei Katastrophen und Kriegen zeigt. Das zweite ist ein ausgeprägtes Verlangen nach Feiern und Spaß. Für beides bietet insbesondere der Winter reichlich Gelegenheit. Zu dieser Zeit vergeht keine Woche, ohne dass man zu einem Fest eingeladen ist oder eingeladen hat. Häufig werden gemeinsame Aktivitäten durchgeführt wie das Stöckeln auf Eis oder Rasen, das Rodeln, das Eislaufen, Thrumariwettrennen, Thrumarikämpfe, Rätselspiele und nicht zuletzt das Skák-Spiel, dass mit einem Holzbrett und Figuren gespielt wird. Bei vielen dieser Spiele kommt es zu Wetten um den Ausgang und schon so manches Schiff oder so mancher Hof hat dabei seinen Besitzer gewechselt. Ein weitere Auswuchs sind Späße oder Streiche, die man einander spielt. Diese sind häufig derb gelegentlich kann es dadurch auch zu Händeln und Blutrache kommen. Ein berühmter Fall trug sich in der Nähe von Borklint zu. Dort hatten gegen Ende des Winters eine Gruppe junger Leute des Nachts leise Schnee herangebracht um das Haus eines Mannes unter einer vier Schritte dicken Schicht von Schnee zu begraben. Dabei verstopften sie auch die Rauchabzüge und die Bewohner erstickten wegen des noch brennenden Feuers. Daraus wurde ein weitreichender Fall von Blutrache, der seine Auswirkungen bis nach Boras trug. Die meisten Streiche sind jedoch nicht so schwerwiegend. Ob man den Inhalt eines Metfasses durch Jauche ersetzt, den abgelagerten Holzvorrat eines Hauses durch Frischholz ersetzt, einen Steg ansägt oder in die Grütze Sand statt Salz gibt, es gibt eine unendliche Zahl von Ideen, die besonders von den jungen Leuten ausgeführt werden. Besonders gute Streiche werden weit herum erzählt und schon so mancher junger Atlier erlangte hierdurch einen guten Ruf als findiger Mensch.
Religiosität
Was die Götter allgemein betrifft, so halten es die Atlier wie alle Wali. Je weniger die Götter sich mit ihnen beschäftigen, desto besser. Dennoch verehren sie alle Götter, aber besonders Wali, den Beschirmer, den höchsten der Götter. Nur um Hilfe fragen sie möglichst nicht, denn wie alle wissen, ist die Hilfe eines Gottes oft zweischneidig. Im Laufe der Zeit haben sich einige Legenden und Sagen entwickelt, die bestimmte Ereignisse erklären sollen. So glauben die Atlier, dass der Winter durch die Vetrdrætning, die Winterherrin, in das Land gebracht wird, die auf der Suche nach ihrem verlorenen Gemahl jedes Jahr einmal von ihrer Halle auf einem Felsen im nördlichen Ozean bis zu ihren Sitz in den Tönnyr wandert. Und ihr trauerndes Herz wirkt sich auf ihre Umgebung aus, lässt alles zu Eis erstarren und Regen als Eis oder Schnee vom Himmel fallen. In ihrem Gefolge befinden sich sagenhafte Wesen, die dort, wo die Winterherrin sich gerade befindet ihr Unwesen treiben. Zu diesen gehören die Eisriesen, die ihre Halle in den Tönnyr bewachen. Diese Halle soll auf dem Gipfel Rauta, dem Brüller, liegen den noch niemals ein Mensch ersteigen konnte und der immer mit Eis bedeckt ist.
Geschichtliches
Die Geschichte des Atlierlandes beginnt mit der Einwanderung und der Gründung von Borklint. Knapp drei Lebensalter später kam es zum Ersten Rukr-Krieg während dessen Borklint angegriffen und verteidigt und Annarheim, die letzte Stadt der Annar zerstört wurde. Ihre überlebenden Einwohner suchen Schutz in Yggrgard, das in gleichen Krieg ebenfalls belagert wurde. Einige Jahre später folgte der schwächliche Versuch der Klingolaska unter Brenda I., Yggrgard zu erobern, was dem König zum einen keinen Erfolg brachte und ihn zum anderen sein Leben kostete. Nun folgte der Zweite Rukr-Krieg, in dem es wiederum vor Yggrgard zu einer gewaltigen Schlacht kam, in dessen Vorfeld Borklint ebenfalls erneut belagert wurde. Dann, etwa dreißig Jahre später fand der Dritte Rukr-Krieg statt, in denen Schlachten um Kordark und die Pässe der Tönnyr stattfanden. In dieser Zeit wurde aus dem Dorf Monborg, nahe den Pässen gelegen, eine Stadt. Einige Sommer später wird ein Dorf namens Jarnigard als Stadt anerkannt. Dann begann die sogenannte „Jarkhanlose Zeit“, in der die ersten, über die Grenzen von Waligoi hinaus reichenden Kriege der Wali und ein großer Teil der Auswanderungen der Wali auf andere Welten stattfand. Im Sommer 2665 (1023 n.Kr.) griff Wolsan Waligoi an. Den Wolsi gelang es, alle wichtigen Zentren Waligois zu besetzen und so erklärten sie sich zu den Besitzern des Landes. Viele Wali und auch Atlier gingen in den Widerstand und kämpfen gegen die Willkür und Benachteiligung durch die Besatzer. In dieser Zeit erlangte Sestat den Status einer Stadt und Fjordborg wurde als das heimliche Zentrum des Widerstandes im Atlierland gegründet. Im Sommer 2691 (1049 n.Kr.) war Waligoi wieder frei, nachdem die Wolsi in zwei großen Schlachten, eine in den Wäldern nahe den Tönnyr und eine wieder vor Yggrgard, geschlagen wurden. Yggrgard selber wurde einige Jahre vorher durch Widerständler niedergebrannt. Nun herrschte für einige Sommer Ruhe im Land der Wali, so dass diese wieder in ihre überlieferte Ordnung zurückfinden konnten. Aber schon im Sommer 2713 (1071 n.Kr.) kam es völlig unerwartet zu dem Vierten Rukr-Krieg, in denen es auch wieder im Atlierland zu einigen Schlachten, davon die wichtigste bei Thingor kam. Aber eine ernste Gefahr stellte dieser Krieg nicht dar. Knapp dreißig Jahre später kam es zu dem Langen Winter und drastisch verschlechterten Lebensbedingungen auf der ganzen Welt. Der Kontakt zu vielen Ausgewanderten Wali brach ab. Es wird aus dieser über zwanzig Jahre andauernden Zeit nur wenig berichtet, einzig von dem erneuten aber erfolglosen Versuch der Rukr, die Wali zu bekriegen gibt es einige Berichte. Der Lange Winter endete gleichzeitig mit der Machtergreifung des Edbald Jarkhan und seinen Einzug in Yggrgard. Nun herrscht schon seit fast fünfzig Sommern Ruhe in Waligoi und dem Atlierland, was den Atliern und den anderen Stämmen genügend Gelegenheit gibt, statt dessen auf den Meeren und an den Küsten fremder Länder für umso mehr Unruhe zu sorgen.
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