Rukr-Kriege

Seit der Einwanderung der Wali in das Land, das sie später Waligoi nannten, ist es zwischen ihnen und den seit längerer Zeit dort ansässigen Rukr des Öfteren zu Auseinandersetzungen gekommen, wobei die wesentlichen Episoden als Rukr-Kriege bezeichnet werden. Alle Siege der Wali hatten einen wesentlichen Makel, denn das Kerngebiet der Rukr, der Urrspalt, konnte weder erobert noch wesentlich geschwächt werden. So ist es  immer möglich dass Rukr aus der Spalte hervorkommen und die umliegende Gegend angreifen und verwüsten, oder sich in Horden sammelnd, gegen wichtige Städte zu ziehen.

Insgesamt hat es bis heute fünf Auseinandersetzungen gegeben, die als Rukr-Kriege bezeichnet werden, wovon der Dritte Rukr-Krieg ohne Zweifel derjenige war, der den Wali besonders gefährlich wurde.

Erster Rukr-Krieg

Der Krieg begann, nachdem einer der Brutträger im Sommer 2590 (948 n.Kr.) durch einen Wali getötet wurde. Auf breiter Front griffen die Rukr viele der Städte an, die eine Generation zuvor erst gegründet worden waren. Es wurden praktisch gleichzeitig Boras, Borklint, Nyrorm, Friedborg und Askivik angegriffen. Boras, Borklint und Nyrorm konnten erfolgreich verteidigt werden. Friedborg und Askivik wurden verwüstet und die restlichen Bognaren suchten für lange Jahre Zuflucht bei den anderen Stämmen. Erst später erfuhr man, dass auch die letzte Stadt der Annar, die von den Wali Annarheim genannt wurde, Ziel eines Angriffes war und zerstört wurde. Die letzten verbliebenen Annar flohen in die Sicherheit von Yggrgard. Als die Rukr ein Jahr später gegen Yggrgard vorrückten, kam es dort zu dem Kampf, der die Grimmige Jagd genannt wurde und der von den Wali mithilfe der Skar-Wölfe gewonnen wurde. Damit endete der Erste Rukr-Krieg im Sommer 2592 (950 n.Kr.).

Zweiter Rukr-Krieg

Dieser Krieg ist eher ein Zwischenspiel, weil er eigentlich nur aus einer einzigen Schlacht bestand. Er fand im Sommer 2616 (974 n.Kr.) statt. Die Schlacht fand wieder vor Yggrgards Toren statt und wird heute die Schlacht der Vier Heere genannt. Die Wali siegten gegen eine mehr als zehnfache Übermacht und brachen damit den Willen der Rukr, diesen Krieg fortzusetzen. Sie zogen sich wieder in den Urrspalt zurück.

Dritter Rukr-Krieg

Für diesen Krieg hatten die Götter den Wali einen besonderen Gegner beschert. Ein Mythane, der nur noch als Draugar auf der Welt war, erkor sich die Wali als Ziel und die Rukr als Werkzeug seiner Rache aus. Letztere wurden von dem Feuerbringer und seinem Gefolge ausgebildet und angeführt, so dass sie nun wesentlich gefährlicher waren als bisher. Der Krieg begann im Sommer 2655 (1016 n.Kr.) mit einigen Scharmützeln an der Küste nördlich des Urrspalts, die die Wali ausnahmslos verloren. Eine Strafexpedition führte zur Schlacht der Tränen südlich des Urrspalts und nördlich von Sestat. Wieder verloren die Wali und weniger als ein Zehntel aller Wali kehrte von dort wieder heim. Jetzt aber hatten die Wali die volle Macht ihres Gegners erkannt. Im nächsten Jahr kam es zu drei Angriffen von Rukr-Horden gegen Städte. Eine Horde griff Boras an und konnte nur unter großen Opfern zurückgeschlagen werden, da es an kampferfahrenen Kriegern fehlte. Der zweite Angriff richtete sich gegen Kordark. Dort kam es zu den Vier Nächten. Der Sieg konnte nur errungen werden, weil eine Gruppe todesmutiger Jäger eine Mikill-Herde in die Reihen der Rukr trieb. Die größte Horde und mit ihr der Feuerbringer marschierten jedoch in Richtung Yggrgard. Weniger als zweitausend walische Krieger hielten die Horde von fünfzigtausend Rukr an der engsten Stelle des Nordpasses für mehrere Tage unter größten Opfern auf, bis Entsatz in den Rücken der Rukr gelangte. Dieses Wagnis gelang nur, weil ein Mann namens Háldur Framling gegen die Magie des Feuerbringers wirken konnte und diesen schließlich soweit brachte, dass er an seinem Sieg zweifelte und sich in den Urrspalt zurückzog. Dieser Kampf wurde später als die Schlacht am Nordpass bekannt. Im letzten Jahr des Krieges gelang es den Wali, einen wasserreichen Fluss, der heute Rukdrekka, die Rukr-Tränke, genannt wird, so umzuleiten, dass er in den Urrspalt stürzte und viele der Rukr ertränkte. Damit endete der Dritte Rukr-Krieg im Sommer 2659 (1017 n.Kr.) mit der Ungewissheit, ob der Feind tatsächlich endgültig besiegt war. Weite Teile Waligois wurden während dieses Krieges verwüstet und viele hunderttausend Wali getötet.

Vierter Rukr-Krieg

Während der Jarkhanlosen Zeit und nach der Schwächung der Wali durch die wolsische Besatzung und die darauf folgenden Auswanderungswellen, kamen die Rukr wieder zu Kräften. Bereits im Sommer 2712 (1070 n.Kr.) griffen sie unter der Führung der von Yddia eingewanderten Gestaltwandler kleinere Orte und Siedlungen im Umkreis um den Urrspalt an. Offiziell begann der Vierte Rukr-Krieg im Sommer 2713 (1071 n.Kr.) und dauert elf Jahre. Die Angriffe der Rukr führten dazu, dass die Zwistigkeiten zwischen den Stämmen der Wali zum Erliegen kamen und das Einnher wieder mit Kriegern und Mitteln versorgt wurde. Aufgrund der Ausdünnung der Bevölkerung durch die verschiedenen Abwanderungswellen konnten die Rukr sich trotzdem wieder über weite Teile der Wildnis ausbreiten. Im Sommer 2713 (1071 n.Kr.) kam es zur Schlacht bei Sestat. Das Fylking, das örtliche Volksheer, dieses Gebiets musste sich jedoch nach Sestat zurückziehen. Die Stadt selber konnte wegen ihrer Pfahlbauweise im Tunesjar nicht von den Rukr angegriffen werden. So zogen die Rukr sich wieder zurück, nachdem sie das gesamte Umland von Sestat verheert hatten. In dieser Zeit vertrieben die Rukr viele Wali aus dem Inland und zerstörten Höfe und Dörfer, wo sie nur konnten. Nahe einem Dorf namens Ulfurskop, welches am Lauf des Blodvatnar nahe den Tönnyr liegt, stellte sich ein Fylking von etwa eintausend Mann den Rukr entgegen. Dabei trat ein Mann namens Ormur in Erscheinung, der sich dem Fylking voranstellte und dieses unter großen Verlusten zum Sieg führte. Er wurde später als Held bezeichnet und mit dem Beinamen Axtschwinger versehen. Im Sommer 2715 (1073 n.Kr.) kam es zu einer Schlacht bei Borklint. Auch hier musste sich das örtliche Fylking in die Stadt zurückziehen. Nach dem ersten Tag der Belagerung erschien erstmals nach langer Zeit das neu gerüstete Einnher im Rücken der Rukr und schlugt sie vernichtend. Im Sommer 2716 (1074 n.Kr.) erscheint der Eldurgefja, der Feuerbringer, wieder unter den Rukr, unterwarf sich die Gestaltwandler und  übernahm die Führung. Im Sommer 2717 (1075 n.Kr.) sandte er Truppen nach Yggrgard und begann dort eine Belagerung, die über drei Jahre andauern sollte. Bereits ein Jahr später stand eine Horden vor Drakstat. Die Bewohner konnten die Angreifer jedoch mithilfe ihrer großen Hunde vernichten schlagen. Im Sommer 2719 (1077 n.Kr.) richteten die Rukr nahezu gegen alle größeren Städte Angriffe, aber die langsam wiedererstarkenden Wali konnten diese alle abwehren. Nur der Entsatz von Yggrgard konnte wegen der Angriffe nicht aufgestellt werden. Die Frage kam auf, woher die Rukr kamen, die Yggrgard belagerten. Später stellte man fest, dass in unzugänglichen Zonen der Tönnyr eine Enklave der Rukr lag. Die Rukr hatten die Tönnyr untertunnelt und Wege bis in den Urrspalt gegraben. Im Sommer 2720 (1078 n.Kr.) gelang es dem Einnher endlich, ein Entsatzheer nach Yggrgard zu senden. Die Rukr wurden geschlagen, vertrieben und deren Enklave unter den Tönnyr  zerstört. Háldur Framling erschien und erzeugt ein Erdbeben, dass die Tunnel zum Urrspalt zum Einsturz brachte und somit den Nachschub der Rukr abschnitt. Im Sommer 2722 (1080 n.Kr.) kam es zu einer Feldschlacht bei Thingor. Am Ende dieser zweitägigen Schlacht lagen fünfzigtausend Rukr am Boden, der Rest war geflohen. Ormur Axtschwinger war dabei der Anführer des Einnhers. Rafn der Werir der Atlier, starbt im Schildwall. Im Sommer 2723 (1081 n.Kr.) zogen die Wali, von den Rukr unbemerkt, große Truppenkontingente per Schiff in Sestat und Drakstat zusammen. Aufeinander abgestimmt marschierten sie Richtung Urrspalt und reinigten das umliegende Land von den Rukr. Abgesehen von zerstörten Dörfern und Höfen bliebt nichts zurück. Die Rukr wurden wieder in die Spalte zurückgedrängt, aus der sie immer wieder Ausfälle versuchten. Dadurch entstanden immer wieder Verluste bei den Wali. Ein Jahr später drang Háldur Framling in den Urrspalt ein, in der er den Eldurgefja erschlagen konnte. Mit dem Tod des Eldurgefja verloren die Rukr jeden Zusammenhalt und fielen wieder auf eine Stufe wilder und tierhafter Wesen zurück. Damit endet der Vierte Rukr-Krieg im Sommer 2724 (1082 n.Kr..).

Fünfter Rukr-Krieg

Der Fünfte Rukr-Krieg, war, ähnlich wie der Zweite eigentlich kein Krieg. In ihm gab es nur eine einzige Schlacht. Er begann im Sommer 2745 (1103 n.Kr.) und endete im Sommer 2746 (1104 n.Kr.). Zu Beginn kam es zwischen Wali und Rukr, diesmal angeführt von Modr, dem ehemaligen Gefolgsmann des Eldurgefja, zu kleineren Scharmützeln. Die einzige Schlacht fand im Sommer 2746 (1104 n.Kr.) nahe der Rukvakna statt. Tausende von Rukr wurden von weniger als eintausend Wali wieder einmal vernichtend geschlagen und mussten zurück in den Urrspalt fliehen. Daraufhin wurde Modr von den Rukr verjagt. Drei Jahre später wurde er durch einen Mann namens Edbald Kellenhieb auf dem Hochland von Yggrgard erschlagen. Wie nach jedem der Kriege glauben die Wali nun auch, dass die Rukr-Gefahr endlich beendet sei. Bis heute hat es jedenfalls keine nennenswerten Angriffe mehr gegeben. Aber die meisten vergessen, dass Rukr von dämonischer Abkunft sind und solche Wesen geben nicht auf.

© 2019 Walische Webseite