Hochland von Yggrgard
Das Hochland liegt im Westen Waligois und wird westlich vom Yggrfjord, südlich vom Hymir, östlich von dem Tönnyr-Gebirge und nördlich vom Endlosen Ozean begrenzt. Es ist das Stammesgebiet der Atlier, in das sie während der großen Wanderung ab dem Sommer 2494 (852 n.Kr) einwanderten.
Die Küsten im Norden, Süden und Westen sind stark zerklüftet und geprägt von Fjorden und Schären. An der Nord- und Südküste steigt das Hochland von Yggrgard steil aus dem Meer, so dass dort nur an wenigen Orten Menschen in größerer Zahl anlanden und ins Hochland von Yggrgard gelangen können. Einzig bei Kordark, an der Yggrbuchtr, am Grimnfjord und in der Trebuchtr gibt es an der Küste größere Flächen, die für den Ackerbau genutzt werden können. Der größte Teil des Hochlandes ist bewachsen von Heide und Gebüsch aus verkrüppelten Kiefern und Birken und anderen Laubhölzern. In den Niederungen innerhalb des Hochlandes kann an geschützten Gebieten Ackerbau und Viehzucht betrieben werden. In einigen Bereichen konnten sich lichte Wälder mit bautauglichen Hölzern bilden. Besonders zu erwähnen sind die Wälder Vitnirvidr, das Wolfsholz, in der Mitte des Hochlandes und Bersividr, der Bärenwald, im südlichen Hochland von Yggrgard. Diese Wälder bestehen überwiegend aus verkrüppelten Hölzern, aber an geschützten Stellen oder dort, wo die Wärme stark aus der Erde dringt und heiße Quellen sprudeln können Bäume zu ihrer natürlichen Größe heranwachsen. Trotz dieser Wälder muss immer noch viel Holz aus dem Gautenland eingeführt werden.
Neben dem Ackerbau sind die Hauptnahrungsquellen der Atlier im Hochland der Fischfang und die Waljagd. Diese werden überwiegend im Yggrfjord und im nördlichen Hymir durchgeführt. Daher ist die Zahl der Menschen an den Küsten wesentlich größer als im Innern des Hochlandes.
Das Hochland ist in fünf Bezirke unterteilt. Der bekannteste ist das Fjordfjorn, das Fjordviertel, welches die Gebiete am Yggrfjord umfasst. Dort liegen auch die Städte Yggrgard und Varmborg. Da sich dort auch Krieger des Einnhers ansiedelten, leben dort die meisten Menschen. Im Süden des Hochland von Hochlandes liegt Varmland, das Warmland. Dort tritt die Wärme der Erde an vielen Stellen zutage und deshalb kann dort mehr Ackerbau betrieben werden als anderswo im Hochland von Yggrgard. Die Bauern dort sind reicher als die in anderen Vierteln und sind daher sehr von sich überzeugt. Daher sind sie übermäßig oft in Händeln verstrickt. Blutrache ist dort immer noch ein wichtiger Teil der Rechtsfindung. Nördlich des Varmland liegt das Bjargfold, das Bergviertel. Es umfasst die Gebiete östlich des Tönnyr-Gebirges. Dort ist kaum Ackerbau, sondern nur Viehzucht möglich. Zum Reichtum dieses Gebietes trägt bei, dass am Rande des Gebirges viele Erzadern gefunden werden, deren Erz als Handelsware genutzt wird. Weiterhin führen alle Handelswege ins östliche Waligoi durch diese Viertel, da nur von dort aus die beiden Pässe des Tönnyr-Gebirges erreicht werden können. Diese sind eine weitere wichtige Quelle von Einnahmen. Die wichtigsten Städte dort sind Borklint und Monborg. Am Nordostrand des Hochlandes liegt das Thrumarilad, das Donnererland. Seinen Namen erhielt es durch die großen Herden der Thrumari, die sich aus freigelassenen Reittieren der Wali entwickelt haben. Die einzige Stadt in dem Gebiet ist Nyr, allerdings gibt es dort auch den alten Hauptthingplatz der Wali, Thingor. Westlich von Thrumarilad liegt Thufabrimi, das Hügelmeer, welches bis zum Yggrfjord reicht. In Thufabrimi liegt, am Nordende des Yggrfjords die Stadt Kordark, in deren Umgebung der größte Teil der Bevölkerung dieses Viertels siedelt. Nördlich des Hochlandes gibt es noch einen Steifen Tiefland, der jedoch überwiegend aus gefrorener Tundra und Buschland besteht. Dieses Viertel heißt Mikillheim, das Mammutland, weil in diesen Gebieten die wilden Mammufanten leben. Die einzige Stadt dort ist Fjordborg, die während der Besatzung durch die Wolsi durch Friedlose und freiheitsliebende Wali gegründet wurde. Viele Einnahmequellen gibt es in diesem Gebiet nicht. Überwiegend leben die Menschen von der Jagd im Flachland und auf dem über acht Monde des Jahres zugefrorenem Meer sowie dem Verkauf der wertvollen Pelze.
Die Winter im Hochland dauern oft vier bis fünf Monde, in denen fast das gesamte Land vom Schnee bedeckt ist. Im Bjargfold erreichen die Gletscher aus den Tönnyr fast die ersten Ansiedlungen der Wali. Die wenigen Monde in denen die Menschen Landwirtschaft betreiben können werden bis auf die letzte Minute ausgenutzt, so dass während dieser Zeit mit Ausnahme von einiger Familienfeiern, der Mittsommerfeier und dem Sommerthing keine freie Zeit bleibt. Viele der jungen Männer gehen zur See oder reihen sich in das Einnher ein um erst später zurück zu kommen, Familien zu gründen und dann die Höfe ihrer Vorfahren zu übernehmen. In der Winterzeit jedoch, in der es außer dem Füttern und Melken von Tieren wenig Pflichten gibt, beschäftigen sich die Menschen mit handwerklichen Dingen und Kunstfertigkeiten wie der Dichtung, dem Gesang oder dem Tanz. Nahezu jede Woche gibt es irgendwo eine Feier oder ein Ereignis und oftmals ziehen Ungebundene von einer Feier zur anderen. Dann findet auch das Winterthing statt, zu dem oftmals viel mehr Wali kommen als zum Sommerthing. Besucher werden in dieser Zeit gern gesehen, denn sie bringen Neuigkeiten und Nachrichten, für die man sonst keine Zeit hatte, daher ist dies die Zeit der Geschichtenerzähler. Diese Zeit ist es aber auch, in der man seine Feinde heimsucht, um Rache oder Blutrache zu üben und so manche Fehde erstreckt sich bereits über mehrere Lebensalter und wird oft von den Eltern an die Kinder weitergegeben.
