Weltuntergang

Über den Weltuntergang sagt die Skappa-Saga, die Saga von der Schöpfung:


Eines Tages jedoch wird es Yfirgera trotz aller Vorsicht gelingen, das Schwert zu steh-len, denn einer seiner Getreuen unter den Menschen namens Thjófur wird seine Hand da-rauf legen. Da bläst der Wächter Vaentar das Horn Herblástur und die Götter eilten herbei. Aber Yfirgera stößt seinen Ruf aus und er hallt wie Sturm über die Welt und alle seine Verbündeten eilen ihm zur Hilfe. All die Diener Yfirgeras auf der Welt kommen, die Ungeheuer der Tiefe und Alten Götter des Weltenraums, Eisenkrieger, Draugar, Zauberer und viele mehr erscheinen auf der Ebene Slágsekra und stellen sich den Hohen zur Schlacht. Da Wali nun die schiere Zahl der Gegner sieht, hebt er seinen Sonnenschild und ein Strahl von Licht strömt über die Himmel und ruft seinerseits die Verbündeten der Götter. Und es kommen die Niederen mit ihrem Gefolge, die Krieger aus der Halle Walis, die Einnherir mit ihrem Jarkhan mit vielen Kindern Svidars, die Thekkja und der Galdrmannr mit seinen Kräften und Verbündeten und zuletzt erscheinen die anderen Goðjar mit ihren Helfern. Und auf beiden Seiten gibt es Drachen. Und wenn der Hahn Vaknakrani den Morgen be-grüßt, beginnt die Schlacht.

Da legt sich die Blutnacht, die Blódnott, über das Schlachtfeld. Dichte Wolken bede-cken den Himmel über Slágsekra, so dass es finster wird wie in der Nacht und kein Licht zu sehen ist. Dann brechen Feuerberge aus und rotes Licht erleuchtet das Schlachtfeld und dichte Schwaden verbergen die Gegner. Da schickt Yfirgera seine Heere vor, an seiner Seite Thjófur mit Svidar und um ihn stellen sich die Eisenkrieger auf. Denn Yfirgera wagt nicht, das Schwert gegen die Feinde zu wenden aus Furcht, es könne ihm wieder verloren gehen. Und gegen die Feinde halten die Götter mit ihren Verbündeten und sie sind wenige gegen viele. Aber durch Kampfeswitz und hohen Mut, durch Eisenwaffen aus den Splittern Svidars und durch das Können der Einnherir und des Galdrmannr sind sie den Feinden ebenbürtig. Aber ein Bann liegt von nun an auf Slágsekra, dass jeden Abend der Kampf ruht und bei Morgengrauen, wenn Vaknakrani kräht, wieder beginnt.

Morgens aber sind alle Getöteten wieder erstanden um sich dem Kampf erneut anzuschließen. Der Bann aber kann nur gebrochen werden, wenn Wali oder Yfirgera erschlagen wären. Und so tobt die Schlacht tagein, tagaus und keine Seite kann den Sieg gewinnen. Ungezählte Heldentaten werden dort vollbracht und immer wieder werden große Opfer gefordert. Jeden Tag versuchen die Gegner erneut, den Feind mit List oder Macht zu besiegen und oft erlangt eine Seite einen Vorteil, der jedoch nicht ausreicht, den Sieg zu erringen. Und so dauert die Schlacht ungezählte Zeitalter.

Dann aber wird es Höggr gelingen, die Reihen um Yfirgera zu lichten und bis zu ihm vorzudringen und beide kämpfen erbittert miteinander. Und hinter Höggr folgen andere Götter und unter ihnen einer, den keiner erkennt. Denn während die Schlacht die Aufmerksamkeit der Goðjar bannt, ist es dem Alten Fuchs gelungen, in die Reihen der Goðjar zu gelangen und, von einem Trugbild geschützt, unter den Goðjar in den Kampf zu ziehen. Da entreißt er dem Thjófur das Schwert Svidar und stößt es dem Yfirgera in den Leib. Denn der Alte Fuchs folgt nur seiner Natur, die darin besteht, die Werke des Ekki an ihren Ur-sprung zurückführen, immer und immer wieder, wie es vorbestimmt ist. Und nur dafür hat er einen Teil seiner Selbst in das Eisen gegeben, aus dem Svidar geschmiedet wurde.

Und als das Schwert im Leib des Yfirgera zur Ruhe kommt um dessen Seele zu trinken, geht auch der Alte Fuchs in das Schwert ein und er wird eins mit der Seele des Yfirgera und allen anderen Seelen im Schwert. Da ruht jeder Kampf und alle sehen zu dem Sterbenden. Dann birst das Schwert zu Staub und auch alle Wesen, die aus Svidar hervor gegangen waren verwandeln sich zu Staub und nur die vereinte Seele des Alten Fuchses bleibt zurück. Und der Staub erfüllt die ganze Welt und das Allheim. Und es wird still, wie nie zuvor seit der Erschaffung der Welt, denn Ekki hört auf, das Urrkvæði zu sprechen. Da glühen die Sonne und die Sterne auf, verbrennen alles und werden ebenfalls zu Staub und dieser wird vom Feuer entzündet. Die Götter aber haben nun keine Feindschaft mehr und sie sammeln die Seelen der Bewährten um sich und gehen fort, hin zu dem Ort, von wo sie einstmals gekommen waren, ohne Form und ohne Namen. Und jeder, der mit ihnen geht, lebt dort weiter. Lifur aber, der die Natur des Ekki erkannt hatte und von ihm durchdrungen war, darf nicht mit ihnen gehen denn dieser ruft ihn und nimmt ihn in sich auf. Dann aber geht auch Ekki davon, auf der Suche nach einem Urfeuer, dem er Form geben kann, immer heimlich verfolgt von dem, was der Alte Fuchs genannt wird. Der eine als Schöpfer, der andere als Gewährer des Neuanfangs.

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