Met
Met ist vor Bier das Hauptgetränk der Wali. Es wird in riesigen Mengen hergestellt und getrunken. Ein Haushalt, der etwas auf sich hält, hat immer ein volles und ein gärendes Metfaß in seiner Speisekammer stehen. Keine Zusammenkunft und kein Besuch gilt als gelungen, wenn nicht reichlich von diesem Getränk dabei verzehrt wird.
Met, in anderen Ländern auch Honigwein genannt, wird aus Honig, der in Wasser gelöst ist, durch die Gärung mittels Hefe hergestellt. Bei günstigen Temperaturen kann dies eine Woche dauern. Dabei entwickelt der Met einen Gehalt an Alkohol, der bis zu einem Sechstel des Getränks ausmachen kann. Es gibt viele verschiedene Rezepte für die Herstellung und Veredlung des Mets. Die am häufigsten vorkommende Sorte ist jedoch die ohne sonstige zugegebene Gewürze oder Kräuter.
Met wird nicht nur in großem Maße getrunken, sondern es ist auch das einzige Getränk, das als Weihegabe an die Götter oder als Getränk in Zeremonien genutzt wird, denn es herrscht die Auffassung bei den Wali, dass andere Getränke für die Götter eine Beleidigung wären, bietet doch Wali in seiner Halle, in der die Würdigen ewig leben, auch nur Met an.
Natürlich bedarf es zur Herstellung der riesigen Mengen an Met, die verbraucht werden, auch eine entsprechende Menge an Honig. Vielen Auswärtigen ist dies ein Rätsel, sind die walischen Länder doch karg und nur während weniger Monde im Jahr warm genug, dass nektartragende Pflanzen blühen können. Tatsächlich sind weite Teile Waligois mit Tundra bedeckt. In den kurzen Sommermonaten sind diese Gebiete ein Meer von Blumen, über das riesige Schwärme von Bienen fliegen, die emsig den Honigtau einsammeln. Und auch in den Waldgebieten sind Bienen dabei, die Blüten auf den Bäumen und die Blumen, die den Grund bedecken abzuernten. Diese Bienen sind jedoch von besonderer Art. Die einzelnen Tiere sind nahezu von Daumengröße und mit einem dichten Haarkleid bedeckt. Sie werden Fjállbýar, Fellbienen genannt. Sie bilden Bienenstöcke, die nicht absterben, wenn die Königin stirbt, sondern die eine neue Königin heranzüchten. Aus diesen Bienenstöcken sammeln erfahrene Männer den Honig. Dies ist nicht ganz ungefährlich, da diese Bienen sehr wehrhaft sind. Allerdings lassen sich dies gerade die alten Stöcke gefallen, denn dieselben Menschen sorgen in besonders kalten Wintern dafür, dass dem Stock nicht die Nahrung ausgeht und dass sie vor den kalten Winden geschützt werden. Es ist ein Gesetz in Waligoi, dass einem Bienenstock nie mehr als die Hälfte des Honigs entnommen werden darf und dass jemand, der dies missachtet oder einen Bienenstock zerstört mit der Acht gedroht wird.
