Thing
Das Thing ist eine rechtsprechende und gesetzgebende Versammlung. Auf ihm finden sich die Edlen der Wali und diejenigen, die ihre Sache vertreten wollen zusammen und beraten über Rechtssachen, Urteile und gemeinsame Handlungen. Die wichtigsten Thinge der Wali sind das Sommerthing, das gemeinhin während der Sommersonnenwende stattfindet und das Winterthing, das zur Wintersonnenwende stattfindet.
Auf jedem Thing wird der Thingplatz mittels einer Thingplatz-Weihe von einem Godhi geweiht. Damit wird der Thingfriede ausgerufen, der bis zur Aufhebung der Weihe gilt. Wer diesen Frieden bricht gilt in Waligoi als Friedlos. Die einzige Ausnahme von der Friedenspflicht sind Zweikämpfe, die durchgeführt werden, um strittige Angelegenheiten an dem Gericht vorbei zu entscheiden oder um Ehrverletzungen zu ahnden.
Während der Thinge finden aber auch andere Aktivitäten statt wie z.B. Eheschließungen, Spiele und Wettkämpfe, Handels- und Tauschgeschäfte, Anhörungen von Gesandten anderer Völker (meist zur Belustigung der anwesenden Wali) sowie ausschweifende Feierlichkeiten mit Vorführungen von Skalden, Musikern und Dichtern.
Besonders wegen der Feierlichkeiten bringen sich reiche oder edle Wali oft einen Mann mit, der Hlerur (Horcher) genannt wird. Seine einzige Aufgabe ist es, sich all die Ereignisse und Reden zu merken, denen sein Herr lauscht oder die er hält. Am Ende des Things, wenn viele wegen des starken Genusses von Met vieles vergessen haben, sollen diese Horcher ihnen von den Ereignissen berichten.
Am Ende des Things wird die Thingplatz-Weihe wieder von einem Godhi aufgehoben. Dies geschieht meist mit einem Dank an die Götter.
Siehe auch:
Thingplatzweihe
