Sippen bei den Bognaren

Kjalkfaelen

Ziehen in Großfamilien über die Tundren des Kverkarjurd, dem Jahresverlauf folgend von Mir nach Ydd. Mit ihren großen Thrumari-Herden immer auf der Suche nach Weideland. Von ihrem Winterlager den ausgedehnten Weiden zwischen der Braterd Buchtr den Haeturd Byrgr und dem Drakurmunnyrd ziehen sie gen Nor-Ydd. Mit beginn der Schneeschmelze brechen die Familien ihre großen Zelte ab und verstauen diese auf einige Wagen, die von großen und kräftigen Thrumari gezogen werden. Schwangere, Kleinkinder, Alte und Gebrechliche, die nicht mehr Reiten können, fahren auf den Wagen mit. Die Anzahl der Wagen hängt von der Größe der Familie ab. So können das zwei bis drei Dutzend Wagen sein. Einer dieser Wagen transportiert die eisernen Dreibeine und Kessel und die Schmiede der Familie so wie die bearbeiteten Steine für den Kugelofen. Dieser wird auf jedem Lagerplatz neu errichtet. Dabei werden die Steine mit Lehm verbunden und er wird innen und außen mit einer Lehmschicht überzogen. Die nach dem ersten Brennen hart wird. Dieser Lehmofen dient zugleich zum Backen des Brots und Braten, als auch als Schmiedeofen zur Eisenschmelze. Die Kjalkfaelen sammeln auf ihren Wanderungen Rasenerz, Strájarn, aus dem sie ihre Eisengegenstände schmieden. Da dieses Erz keine hohe Qualität hat und in ihren Öfen auch nicht die Temperaturen erreicht wird, wie die anderen Schmiede in Waligoi, hat es sich im Sprachgebrauch eingebürgert alle minderwertige Eisenwaren als Strájarn zu bezeichnen. Der Ofen wird in der Nähe der Schmiede etwas abseits der Zelte errichtet. Das Zentrum bildet das große Zelt der Familie, das Byrdrhyrd, dessen Außenwände aus gegerbter Thrumarihaut bestehen, die den Wind und den Regen draußen abhält. Die auf ein Gestell aus langen biegsamen Stangen, die mit Seilen miteinander verbunden werden, von unten nach oben überlappend gespannt werden, ähnlich wie bei der Klinkerbauweise der Langschiffe. Viele Byrdrhyrd haben auch die Form eines umgedrehten Dreki, dessen Kiel den Dachfirst bildet. Nicht selten ziert ein aufwendig geschnitzter Dachreiter den First. Daneben stehen noch mehrere kleinere Lagerzelte und vor allem das Schwitzzelt oder die Schweißhütte. Letztere wird aus geschlagenen jungen Laubbäumen, Ästen und Geäst errichtet. Auf mehreren heißen Steinen die im Lagerfeuer erhitzt worden wird Wasser mit Kräuteressenzen nach und nach gegossen. Nur in den Gegenden mit warmen oder heißen Quellen wird auf die Sviturnámrur verzichtet. Ein einfacher Turm, aus drei in einander gestellten langen Stangen oberhalb deren Schnittpunkt bildet ein Rundschild den Sitz für die Wache, vervollständigt das Lager der Familie.

Auf ihrem Weg nach Nor passieren sie jedes Frühjahr die Landenge zwischen den Höhen des Veidur und der Küste der Haemrbuchtr. Hier geraten die nomadischen Kjalkfaelen mit den sesshaften Utortren immer aneinander wenn ihre Herden über die Äcker und Wiesen der Bauern ziehen und dabei deren Saat zertrampeln und deren Tieren das Gras weg fressen. Nach Auffassung der Kjalkfaelen sind die paar Tiere eh vernachlässigbar. Und wegen der Saaten sollen sich die Festgewurzelten, die Játrkrott wie diese abfällig von den Nomadengenannt werden, mal nicht so anstellen. Schließlich wächst es nächsten Sommer wieder.

Bis hinauf zu den Höhen der Graenbyrg und den dichten Samskagi führen ihre Wanderungen durch das ganze Bognarjurd. Nur den nördlichsten Teil, das Isstroendr, besuchen sie nie. Denn der Herbst nähert sich schon mit großen Schritten, kaum das sie den Kulvatur durchwatet haben. Ihre Herden wissen, wann es an der Zeit ist umzukehren. Jeder Kjalkfaelener tut gut daran seinen Tieren zu folgen und sich von ihnen leiten zu lassen. Nur dort, wo es zu große Probleme mit den Járkrott gibt, leiten sie ihre Thrumari.

Mit dem ersten Schnee sind sie zurück auf ihren ausgedehnten Weiden zwischen der Braterd Buchtr den Haeturd Byrgr und dem Drakurmunnyrd.

Veidaren

Veidaren leben als halbnomadische Pelzjäger in den bewaldeten Bergen der Ulfurbyrnur. Die Familien der Veidaren leben in Holzhäusern zusammen mit ihrem Nutztieren. Ihre Dörfer sind tief in den Bergen und Wäldern verborgen und kaum ein Nicht-Veidare wird sie finden. In ihren Dörfern haben die Frauen das Sagen. Die Dorfälteste ist auch meistens die Ofankunnyr. Das sich daraus ergeben hat, dass die Männer der Familien in kleinen Gruppen in den Wäldern der Ulfurbyrnur und auf dem Isburdret jagen. Nicht selten ist so auch einen Frau Jarl der Veidaren. Die Jäger, meist Männer und auch einige wenige Frauen, die unter den Jägern die Ausnahme bilden, sind über Monate fern von ihren Familien. Die Zelte der Jäger sind klein und bestehen aus gegerbten Leder. Auch der Boden besteht aus Leder, in dem nur ein Loch für die Feuerstelle freigelassen ist.Sie durchstreifen die östlichen Haeturd Byrgr, den Veidur, den Byrhur und den Groehnbygr mit dem estlich vor gelagerten Samskagi dessen alte Bäume bis an die Ufer des Isfjord reichen. Sowie durch das gesamte Isburdret und dem Renjurd zwischen dem Kedirvatnur bis hinauf nach Oleborg. Viele der Jäger die dort jagen tauschen ihre Felle nicht selten gegen das beste Bier Waligois.

Die Jäger der Veidaren unterscheiden sich selbst in zwei Gruppen die harten „Isveidar“, die Eisjäger, deren Beute hauptsächlich die Eisbären und Schneeleoparden sind. Die Schneewölfe hingegen sind ihnen heilig. Sind diese doch nach veidarischen Traditionen mit den Skar-Wölfen verwandt. Ihre Jagdgerätschaften sind der Bogen und der Ger. Nicht selten jagen sie von ihren Schlitten aus, schießen den Pfeil oder schleudern den Ger bei voller Fahrt. Es ist eine gute Jagd, wenn ein Mann alles geben muss, bevor er seine Beute erlegen kann. Ein krankes oder schwaches Tier wird zwar auch erlegt, aber bringt dem Jäger keine Ehre. Auf den Eisfeldern des Isburdret müssen die Jäger alles auf ihren Schlitten mitnehmen. Die Gestänge für ihre Lederzelte, die Steine für die Feuerstelle und selbst das Feuerholz. Nur selten finden sie dies in den weiten Eisfeldern vor.

Die „Byrgveidar“, oder auch von den anderen verächtlich als Heimveidar (Zu Hause Jäger) verspottet, jagen unter anderem die Bergziegen, die kleineren Braunbären, die Dachse und Hermeline. Die Byrgveidar sind sie in dem unwegsamen Gelände der Berge und Wälder zu Fuß auf der Jagd. Sie brauchen auch nur die lederne Haut ihrer Zelte mitnehmen. Das Gestell schlagen sie an jedem Lagerplatz neu. Neben den traditionellen Jagdwaffen Bogen und Ger, verstehen sich die Byrgveidar auch besonders aufs Fallenstellen. Einige von ihnen haben aber auch schon damit begonnen Hermeline und Frettchen zu züchten, statt diese mühevoll zu fangen.

Utortren

Als sesshafte Bauer, Handwerker und Fischer besiedeln die Utortren die fruchtbaren Küstenstreifen des Bognarjurds. Die Sippe der Utortren hatte in allen Kriegen im Bognarjurd, die größten Opfer erbracht. Bis auf wenige Familien, die auf den weit verstreuten Höfen des Utordjurd siedelten, wurden die ursprünglichen Siedler der Worengar schon im ersten Rukr-Krieg ausgerottet. Denn neben den Städten Askiviken und Vredebuk brannten die Rukr auch alle Dörfer nieder, die auf ihrer Marschroute lagen. Nur durch die nach und nach einwandernden, zunächst vor den Wolsi fliehenden, Wali anderer Stämme. Besonders durch die Gauten und Atlir , die sich mit den Utortren vermischten, überlebte diese Sippe. Doch die Gauten und Atlir brachten ihre Lebensweisen mit. Die von den sesshaften Bognaren übernommen wurden.

So ähneln die Häuser der Städte, Dörfer und Gehöfte im Bognarjurd sehr denen, der Atlir und besonders den Siedlungen der Gauten, die hier einen sehr großen Einfluss hatten. Die außerhalb der Städte und Dörfer lebenden Utortren haben ihre Höfe als Wehrgehöfte angelegt. Die je nach Größe der Familie aus ein oder zwei Langhäusern, einer Schmiede, einer Backstube, einer Sviturnámrur bestehen und mit einer hölzernen Palisade umgeben ist. Die Wehrgehöfte sind nach dem ersten Rukr-Krieg entstanden und haben bis heute ihren Fortbestand. Sie haben ihre Bewohner in den folgenden Rukr-Kriegen geschützt, die allerdings das Bognarjurd nur gestreift hatten. Auch während der Besatzung durch die Wolsi und anschließend durch die Horde der Finsternis erfüllten sie ihren Zweck. Heute schützen sie gelegentlich noch vor den wilden Herden der Kjalkfaelen. Auch bei der Vereinigung der Sippen zum Stamm der Bognaren war die Wehrhaftigkeit der utortrischen Bauern sprichwörtlich. Im Gegensatz zu den nomadischen Kjalkfaelen und Veidaren hatten sie nie die Möglichkeit ihren Angreifern auszuweichen. Viele Helden der Bognaren stammen aus der Sippe der Utortren. Die Fischer deren Fischgründe an den Küsten des Endlosen Ozeans lagen waren auch die ersten wagemutigen Seefahrer der Wali. Die die Seewege in die Yddia und die Estliche Welt erkundeten.

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