Oendanlegur Urhaf
Das Oendanlegur Uthaf, was übersetzt Endloser Ozean bedeutet, liegt nördlich und östlich von Waligoi. Gelegentlich wird dieser Ozean von den Wali auch „Norris“ genannt, An seinen Küsten liegen die Städte Friedborg, Nya Askivik, Jarnigard, Drakstat und Fjordborg. Bewegt man sich in den Ozean hinaus, so muss man sehr lange in die gleiche Richtung segeln, bis man wieder auf Land treffen kann. Oft jedoch hört man nie wieder von solch mutigen Seefahrern. Dennoch ist bekannt, dass man in bestimmten Richtungen Land finden kann, nämlich die estliche und yddliche Welt. Dorthin sind bereits Wali gereist und haben weite Landstriche erobert, in denen sie geherrscht haben oder noch herrschen. Es gehen auch Gerüchte um von Inseln und Ländern, die weit draußen im Ozean liegen und von Menschen und Monstern besiedelt sind. Dort sollen reiche Schätze, starke Getränke und schöne Frauen auf die Reisenden warten. Wenn jedoch ein Wali solche Länder gefunden haben soll, so ist er entweder sehr verschwiegen oder niemals zurückgekehrt. Insbesondere im Norden sind weite Teile des Ozeans immer mit Eis bedeckt, welches bereits im Herbst bis zu den nördlichen Stränden Waligois heranreicht und mit Schneestürmen und kalten Winden den Winter früh in das Land bringt.
Obwohl einem dieser Ozean kalt und unwirtlich vorkommt, so ist er jedoch voller Leben. Riesige Fischschwärme folgenden nährstoffreichen Strömungen, die sie zum Teil auch durch den Yggrfjord führen. Verfolgt werden sie von Räubern wie dem Orkr-Wal oder dem Eishai. Ebenso stürzen sich viele Vögel in das Meer um einen Teil des Fischreichtums für die Aufzucht ihrer Brut zu sichern. Und unbeeindruckt von dem Treiben von Jäger und Beute ziehen die großen Wale ihre Bahn und filtern große Mengen von Plankton und Kleintieren aus dem Wasser. Nahe den Küsten und den Eisrändern treiben sich Robben und Walrosse herum und versuchen sich vor Jägern im Wasser, wie dem Orkr-Wal, Jägern auf dem Land wie dem Schneebären Jägern auf dem Eis wie dem Eisbären in Sicherheit zu bringen. Und über allem schweben gewaltige Vögel, die Jafnanflognir, im Wind und schnappen sich gelegentlich einen Fisch im Flug. Noch nie sah ein Mensch sie am Boden oder auf dem Wasser. Ihre Flügel spannen sechs Schritte weit und oft fliegen sie tagelang hinter einem Schiff auf hoher See her.
Weit im Norden, so wird behauptet, hat der Gott Wali auch seine Halle, die Veislaheim heißt, und in der die würdigen Toten zusammen mit den Göttern trinken. Von einem Lebenden wurde die Halle jedoch niemals gefunden. Auf dem Grunde des Ozeans sollen sich auch Ungeheuer herumtreiben, die Frekisnara, Schiffsschlinger, genannt werden und die so lang wie ein Schiff sind. Sie sollen vom Grunde des Meeres heraufkommen um eine Schiff zu umschlingen und es in die Tiefe zu ziehen. Beschwichtigen können soll man diese Wesen durch Tieropfer an Bord der Schiffe. Dabei muss das Blut frei ins Wasser laufen können. Ob an dieser Geschichte etwas ist, kann nicht gesagt werden, denn Seefahrer, die etwas Opfern verschwinden immer noch genauso oft wie solche, die es nicht tun.
