Greborg
Gegründet wurde die Stadt unter dem Namen Graeuarg im Sommer 2585 (943 n.Kr.) während der Einwanderung des Stammes der Heden in Waligoi. Während des Ersten Rukr-Krieges wurde Greborg von einer kleineren Horde von Rukr angegriffen und für zwei Tage belagert. Aus unerfindlichen Gründen verschwand die Horde jedoch eines Nachts und wurde nicht mehr gesehen.
Auch Greborg ist wie fast alle Städte im Hedenland eher ein fester Sammelpunkt der überwiegend halbnomadisch lebenden Heden. Dort führen ihre Züge regelmäßig vorbei um zu handeln, Ehen zu schließen und Fehden auszutragen. Deswegen leben in der Stadt nur wenige Heden dauerhaft. Vielmehr haben sich ursprünglich dort Einwanderer, Handelskontore und in anderen Landesteilen als friedlos Geltende angesiedelt. Ihre Nachkommen wohnen nun dort und fühlen sich als Heden, was von den tatsächlichen Heden stillschweigend geduldet wird.
Greborg liegt an dem Fluss Skugur in dem Wald, der als Sudvidr bekannt ist. Eine halbe Tagesreise weiter nördlich liegt der Fluss Skuffivetni. Die Menschen aus Greborg haben an allen Furten in ihrer Nähe Wachen eingerichtet und verlangen Zölle von allen Durchreisenden, die entweder in Silber oder in Naturalien zu bezahlen sind. Lange Zeit konnten die Einwohner aus dieser Tätigkeit einen bescheidenen Wohlstand aufbauen, der jedoch endete, als mit der Gründung von Tanstat der überwiegende Teil des Überlandhandels sich auf die durch das Einnher gesicherten Routen verlagerte. Danach verlegten die Leute aus Greborg sich aufgrund von Einflüsterungen eines zwielichtigen Gesellen eine Zeit lang darauf, ihre Nachbarn zu überfallen und sie ihrer Besitztümer zu berauben. Als jedoch der Jarkhan nahe Greborg zeitweilig eine Wache des Einnhers einrichtete und sowohl den Fremdling als auch den verantwortlichen Adhalmannr an einen Baum nageln ließ, verlagerten die Greborger ihre Aktivitäten in die Gegenden, die auch die anderen Wali bevorzugten, nämlich ins Ausland.
Im Sommer 2667 (1025 nKr) bezeichnete ein bekannter Dichter namens Fjalar Greborg als Enklave der Künste und ließ sich dort nieder. Er sammelte um sich ein Gefolge von mehr oder minder zweifelhaften Dichtern, Sängern und Musikern und versuchte die eher gleichgültigen Bewohner von Greborg für eine neue Kunstform zu begeistern, die er „Gesangsschauspiel“ nannte. Schnell wird er jedoch von der Realität eingeholt als die Wolsi die Stadt im Sommer 2670 (1028 n.Kr.) besetzen und sie sich einverleiben. Fjalar wird, als er eine Gegenwehr aufbauen will, gefangen und hingerichtet. Seine Anhänger verstreuen sich in alle Winde und wollen von ihm nichts mehr wissen. Seine letzten Verse dichtet er während seines Ganges zum Scheiterhaufen. Es wird berichtet, dass er den Gesang anstimmte, während die Feuer bereits brannten. Mangels sprachenkundiger Zuhörer ist der Inhalt nicht überliefert. Ein Bericht besagt jedoch, er habe zu Tränen gerührt, wobei der gleiche Bericht bezeugt, dass das Feuer mit beißendem Rauch brannte. Was nun die Tränen verursachte, bleibt ungeklärt. Nach der Befreiung kehrten die Anhänger des Fjalar zurück und versuchten, diesem einen Runenstein zu errichten. Die Bewohner von Greborg, die genug von solchen nutzlosen Dingen hatten, verjagten sie jedoch und nutzen den Stein, um einen der Anhänger, der gewalttätig werden wollte, im Fjord zu versenken. Damit war die kurze Periode der Stadt Greborg als Künstlerenklave nach Meinung der Einwohner glücklicherweise beendet.
