Yggrgard
In nördlichen Teil des Yggrfjords öffnet sich die Yggrbuchtr, ein Fjord, der sich ins Hinterland hin ausweitet und eine große Bucht mit wenigen Untiefen bildet, in dem sich Flotten walischer Schiffe sammeln können, ohne von den starken Strömungen und Winden im Yggrfjord betroffen zu sein. Die Bucht ist aufgrund ihrer geschützten Lage oft nur während der drei Monde im Winter zugefroren, während bereits weiter nördlich im Yggrfjord nahe Kordark das Meer in Küstennähe vier bis fünf Monde lang gefroren ist. Auf den Hügeln an der Einfahrt zur Yggrbuchtr befinden sich Aussichtstürme, die die vorbeiziehende Schifffahrt und die Einfahrt in die Bucht im Auge behalten. Anders als die anderen Aussichtstürme am Yggrfjord sind diese jedoch befestigt und stets mit Kriegern des Einnhers bemannt. Versucht jemand, in die Bucht einzudringen, so können durch Signale nahegelegene Schiffe alarmiert werden, die dann die Durchfahrt blockieren bis Verstärkung eintrifft.
Die Bucht selber ist aufgrund ihrer geschützten Lage bevorzugter Laichgrund vieler Fischarten. So entstehen dort im Sommer riesige Schwärme kleinster Fische, die das Wasser aus der Entfernung wie Silber aussehen lassen und auf der Suche nach Plankton durch die Bucht ziehen. Viele Vögel machen dann Jagd auf sie. Im Herbst jedoch verlassen die Überlebenden die Bucht und schließen sich den wandernden Schwärmen ihrer ausgewachsenen Artgenossen an.
Am südöstlichen Ende der Bucht, dort wo der Fluß Yggrvetni in die Yggrbuchtr einmündet liegt Yggrgard, die Hauptstadt Waligois und aller Wali und der Sitz des Jarkhans und seiner Sippe. Yggrgard wurde im Sommer 2498 (854 n.Kr.) während der ersten Einwanderungswelle von Grani, dem zweiten Jarkhan (siehe auch: Herrscherliste der Wali) gegründet. Sie ist als einzige Stadt in Waligoi vollständig durch steinerne Befestigungen geschützt. Der Bau dieser Befestigungen wurde im Sommer 2661 (1019 n.Kr.) durch Eirik, dem damaligen Werir der Atlier und späteren Held der Wali auf Geheiß des Agnar Jarkhan begonnen und drei Jahre später abgeschlossen. Der Fluß Yggrvetni wird mitten durch die Stadt und dort durch einige Sammelbecken geleitet, welche die Wasserversorgung der Bewohner im Falle einer Belagerung sicherstellen sollen.
Die Stadt bedeckt eine Fläche von nahezu einem Sätteri. In ihr liegen zwei flachere und eine steiler Felsenhügel. Die beiden Hügel werden bevorzugt von den Edlen bewohnt. Der Hügel im Norden der Stadt wird Hæll, der Rundhügel genannt, der Hügel im Südosten heißt Bali, was Strandhügel bedeutet. Der Felsenhügel heißt Hamargnipa, der Felsensprung, er reicht bis zu zwei Schiffslängen weit in den Himmel. Auf dem Hamargnipa ist die innere Festung errichtet, in der sich der Steinturm befindet, welcher nahezu eine Schiffslänge (25 m) hoch ist. Von diesem Turm, der von den Einwohnern Hamarsverð, der Felsenspieß, genannt wird kann die gesamte Yggrbuchtr überblickt werden. Ebenso hat man von dort aus einen freien Blick auf die beiden Wachtürme an der Einfahrt der Bucht. Am Fuße des Hamargnipa liegen die Hallen des Jarkhan und seiner Sippe. Die Stadt selber ist in neun Bezirke unterteilt, die, etwas missverständlich, als Boj, Viertel, bezeichnet werden.
Der Bezirk um den Hamargnipa herum wird Athalboj genannt. Dort finden sich die Wohnhäuser des Jarkhan und der Adligen sowie die Thinghallen und Weihestätten. Fünf weitere Viertel sind nach den Stämmen benannt, also Atlirboj, Gautboj, Hedeboj, Bognarboj und Beltyrboj. Anders als die Namen vermuten lassen gibt es jedoch keine deutliche Trennung der Stämme in der Stadt. Die Bezeichnungen haben rein historischen Charakter. Ein weiteres Viertel ist das Hofnboj, das Hafenviertel, das neben dem Hafen und seinen Handwerkern auch die Geschäfte und Häuser der Händler und anderer Handwerker beheimatet. Im Utlenderboj, dem Fremdenviertel finden sich Gast- und Wirtshäuser sowie viele Häuser und Hallen, die von Durchreisenden und Fremden gemietet werden können. Im Nidrboj, dem Niederviertel lassen sich bevorzugt Künstler und Kunsthandwerker nieder. Dort finden sich auch die Werkstätten von Runenkundigen und die Hallen, in denen Dichter und Verseschmiede ihre Wettkämpfe austragen. Auch finden sich hier freie Flächen, auf denen Zwistigkeiten durch Holmgänge beigelegt werden können. Außerhalb der Stadt, teilweise in einigem Abstand sind die Handwerker untergebracht, die Felle und Häute gerben, Holzkohle brennen und Wolle verarbeiten und färben.
Die einfachen Häuser in der Stadt sind aus Flechtwerke mit Lehmverputz und Dächern aus Stroh oder Ried gebaut, manchmal finden sich auch zeltähnliche Häuser mit Wänden und Dächern aus geöltem Leder. Die Häuser der Wohlhabenden haben oft Wände aus Holz oder Stein mit Dächern aus Holzschindeln oder Ried und manchmal auch grasbewachsenen Torfstücken.
Yggrgard liegt zwar im Atlierland, ist jedoch als Hauptstadt nicht nur durch Atlier besiedelt. Nach der Aufstellung des Einnhers durch Hraudrung, den vierten Jarkhan siedelten sich viele der aus allen Stämmen angeworbenen Krieger des Heeres mit ihren Familien in und um Yggrgard sowie im Fjordfjorn (Fjordviertel) an und errichteten dort Häuser und Höfe. Allerdings unterliegen alle die Menschen dem Thingrecht des Atlierlandes.
Nach der Gründung von Yggrgard im Sommer 2498 (856 n.Kr.) war diese Stadt oft Ziel feindlicher Heere. So fand die Grimmige Jagd, die große Schlacht der Ersten Rukr-Kriege, im Sommer 2592 (950 n.Kr.) vor den Toren Yggrgards statt. Schon drei Jahre später, im Sommer 2595 (953 n.Kr.) versuchten die Klingolaska unter Brenda I., der später Brenda der Unglückliche genannt wurde, die Stadt einzunehmen, scheiterten aber, während Brenda dabei sein Leben aushauchte. Im gleichen Jahr begann Orm die Befestigungen der Stadt auszubauen. Im Sommer 2616 (974 n.Kr.) fand die Schlacht der Vier Heere, die Entscheidungsschlacht der zweiten Rukr-Kriege wiederum vor Yggrgard statt. Erobert wurde Yggrgard im Sommer 2665 (1023 n.Kr.) durch wolsische Invasoren. Erst sechsundzwanzig Jahre später, im Sommer 2691 (1049 n.Kr.) wurde die Besatzung Waligois beendet und damit Yggrgard wieder frei.
Die jüngere Geschichte nach dem Langen Winter.. (muß noch erarbeitet werden!)
