Veislaheim

Veislaheim wurde im Auftrag Walis von Alswidr gebaut. In dieser Halle sollen die Seelen der für würdig befundenen Toten, die Aefingthjonn, die Ewigwährenden, feiern bis zum Ende aller Dinge. Die Halle liegt weit im Norden, über dem ewigen Eis des Endlosen Ozeans auf einer Insel namens Gullhrimhjarl, das Goldreifland. Die Insel ist von dem wilden Nordmeer umtost und ihre Ufer sind so steil dass man sie als Lebender nicht erklimmen kann. Wer hierher gelangen will, muss entweder ein Gott sein oder als Aefingthjonn mit Alswidrs Schiff zu Walis Halle gelangen.

Alswidr baute die Halle so mächtig, dass die Dachgiebel in die Wolken ragten und so weit, dass man sie nicht in einem Tage umschreiten konnte. Die Wände waren vom Holz des Drythentres, jeder Pfahl so dick wie ein ausgewachsener Stamm dieses Baumes. Von außen waren sie über und über mit Moos bewachsen und von innen mit den Schilden der in ihr hausenden Menschen und Götter behangen. Das Tor war so groß, dass eine ganze Schiffsmannschaft nebeneinander hindurch schreiten konnte, ohne die Pfosten zu berühren. Das Dach ist mit Eisenplatten aus den Waffen und Rüstungen geschlagener Feinde gedeckt, die Gjollspánnir, Kampfschindeln, genannt werden. Auf dem höchsten Punkt am First haust ein Hahn, der Vaknakrani genannt wird. Er ist mächtig wie ein Adler, mit goldenem Gefieder und wenn er kräht, glaubte man, der Himmel müsse einstürzen. Der Eingang wird von zwei Niederen bewacht und auch neben den drei goldenen Hochsitzen stehen Niedere und bewachen sie. Die Hochsitze stehen auf Mannshöhe, aber der mittlere ist noch einmal so hoch. Und von dort aus überblickt Wali die Halle und das Allheim. Jeder dieser Hochsitze hat einen Namen, den zuweilen auch die Götter annehmen. Der Sitz von Wali heißt Sendár, der Sender, der von Alswidr wird Sekjár, der Sucher, genannt und der von Höggr Snithár, der Schnitzer.

Zur Rechten hinter den Hochsitzen steht ein vierter, aber der ist von verbranntem Holz und wird nicht bewacht, denn nur eine wagt es, darauf zu sitzen und sein Name ist Fyrirsyn, Vorherwissen. Dort nimmt bei einem Thing die Thekkja ihren Platz. Auf der linken Seite steht ein Sitz aus rotem Holz mit Namen Vitar, Wissen. Dies ist der Sitz des Lifur.

In der Mitte der Halle sind Feuerstellen, in denen ein Feuer brennt, dass niemals erlischt und niemals Holz benötigt. Es erhellt die ganze Halle in goldenem Licht und über ihm braten an Spießen viele Rinder zur Nahrung der Bewohner. Und bei jedem Tisch steht ein Met-Fass, das niemals geleert werden kann und auf den Tischen gibt es Brote, Würste und Grütze und von allem ist immer genug da. Dort feiern die Aefingthjonn, wenn sie nicht im Kampf sind, durch alle Zeiten. Aber wie viele Menschen auch kommen, Veislaheim wird niemals ganz gefüllt sein und immer ist genügend für jeden da.

Der Halle angegliedert sind weitere Hallen, die als Domizile der hohen Götter dienen, wenn sie in Veislaheim weilen.

Veislaheim ist jedoch mehr als nur die Halle des Wali. Diese Halle ist zu gleichen Teilen umgeben von einem hohen, schneebedeckten Bergland namens ysjastordr, einer weiten Ebene namens veidiheidr, einem tiefen Wald namens naettiflotr und einem wilden Meer namens styrmloegr. In diesem Gebieten sind die für würdig befundenen Toten der beseelten Tiere versammelt. Diese beseelten Tiere sind das Thrumar, der Skar-Wolf, der Tönnyr-Aar, der Orkr-Wal und die Skuggir.  

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