Seidr
Die Kunst der Geiridja ist das seidr. Im Weltbild des seidr geht man davon aus, dass alles belebt ist, da in allen Formen die Schöpferkraft, das Odem und das innere Feuer des Lebens enthalten sind. Dadurch ist alle Existenz miteinander verbunden und kommuniziert auch mit-einander. Deshalb wird alles, was existiert, sei es Pflanze, Tier, Steine etc. mit besonderem Respekt behandelt.
Ebenso wie die Dinge sind auch andere Existenzebenen untereinander verbunden. Für den Geiridja sind die Grenzen zwischen den Ebenen nicht unüberbrückbar, er ist jemand, der zwischen dieses Ebenen wandert. So kann er die verborgenen Welten der Geister, der Götter der Wali und anderer Existenzformen bereisen und mit den dort lebenden Wesenheiten Kontakt aufnehmen. Wenn er zum Beispiel Kontakt mit einem Stein oder eine Pflanze aufnehmen will, so kann er dies nicht in seiner eigenen Welt tun, sondern in einer Existenzebene, in der das Ziel auf einen Kommunikationsversuch antworten kann. Daher erweitern die Geiridja die Grenzen ihrer Wahrnehmung und senden ihren eigenen Geist in die entsprechende Ebene um die Kommunikation durchführen zu können. So kann er auch gegen Krankheiten vorgehen, indem er sie auf anderen Existenzebenen bekämpft.
Der Geiridja verfügt über gut ausgebildete Sinne und kann sie durch Anrufung verstärken, so dass er in der Lage ist, Dinge und Ereignisse wahrzunehmen, die ein normaler Mensch nicht erkennt.
Um in die Geistwelten reisen zu können, muss der Geiridja ein Ritual durchführen. Hierzu verfügt er über Werkzeuge wie den Gesang, Trommeln und Rasseln, Drogen, Tanz und Hitze. Der Gesang ist von besonderer Bedeutung. Es werden seit Zeitaltern überlieferte Gesänge oder Sprechgesänge verwendet, häufig durch Imitation von Tierlauten und durch Oberton-Gesang unterstützt, um eine Trance vorzubereiten und zu vertiefen. Unterstützt wird der Ge-sang durch den Rhythmus einer Trommel oder einer Knochenrassel. Zu diesem Rhythmus tanzt der Geiridja um ein Feuer, oftmals in einer Schwitzhütte.
Seidr ausübenden Geiridja verfügen oftmals über eigene Hilfsgeister, die ihnen in Form von Krafttieren bei ihren Ritualen und Geistreisen zur Seite stehen und mit Kraft und Schutz versorgen.
Di meisten Geridja beschränken sich auf den heilenden Aspekt des seidr. Dennoch sind den Wali alle, die seidr ausüben, suspekt, denn schnell kann das Wohltuende in das Schaden-bringende umschlagen. Allerdings schützt Eisen gegen die Kräfte des seidr.
