Fjordborg

Fjordborg wurde während der wolsichen Besatzung Waligois aus einem schon seit langem bestehenden Dorf duch die Zuwanderung von freiheitsliebenden Wali zu einer Stadt.  Erstmals als solche bezeichnet wird Fjordborg im Sommer 2666 (1024 n.Kr.).

Die Stadt liegt im Nordwesten Waligois an einer Bucht namens Figr, was Gier bedeutet. Warum die Bucht so heißt ist nicht überliefert. Westlich der Figr liegt eine Bucht namens Fastur, Hunger und nördlich eine Insel namens Fiskur, Durst. Es wird vermutet, dass der Entdecker dieses Gebiets einen merkwürdigen Sinn für Humor hatte oder dass er auf einem Schiff ohne Met oder Proviant fuhr. Fjordbo gehört in das Viertel Mikillheim, dem Mammutland. Die nächste andere Stadt ist Kordark, welche acht Tage über Land oder zwei Tage zu Schiff entfernt liegt. Die Gegend ist sehr unzugänglich, weil, sofern nicht alles von einer dicken Schnee- und Eisschicht bedeckt ist, sich im Sommer alles in Sümpfe und flache Seen verwandelt. Es wird gesagt, dass man sich dort nur wohl fühlen kann, wenn man ein dickes Fell hat.

Fjordborg lebt im Sommer vom Wal- und Fischfang und im Winter von der Jagd auf Robben und anderen Tieren auf den Eisflächen des endlosen Ozeans. In der Sommerzeit verdoppelt sich die Bevölkerung durch zureisende Wali, die von dort aus ebenfalls Walfang betreiben wollen. In dieser Zeit gleicht die Stadt einem wilden Gemisch von aus Steinen erbauten Häusern und Zelten und es vergeht kein Tag, in dem nicht ein Wali während einer Schlägerei oder eines Zweikampfes zu Tode kommt. Im Winter liegt die Stadt fast verödet da und hat kaum mehr die Größe eines Dorfes, nur einige Robbenjäger und wenige Sesshafte gehen ihren Geschäften nach. Handelswaren sind Walöle, Felle und Trockenfleisch bzw. –fisch als Reiseproviant für Schiffe.

Über die Stadt hinweg fegen nahezu an jedem Tag starke Winde, die von den Eisfeldern des Endlosen Ozeans kommend sich erst beim Aufstieg in das Hochland abschwächen und sehr viel Wasser mit sich bringen. Daher fällt sehr viel Regen, bzw. Schnee, so dass bei den Einwohnern von Fjordborg Mode geworden ist, allzeit einen absonderlich riechenden Umhang aus ölgetränktem Leder mitzuführen, der als Regenschutz dienen soll. Im Winter ist eines der Vergnügen das Fahren mit von Hunden gezogenen Schlitten. Darin bringen es die Menschen dort zu einer großen Meisterschaft. Darum werden dort oft Schlittenrennen durchgeführt. Eine Abart davon ist es, ein Langstreckenrennen nach Kordark durchzuführen und als erster wieder in Fjordborg zu sein und dabei ein Mittwinter-Bier mitzubringen, das nur im Winter in Kordark gebraut wird. Der schnellste Schlitten hat dies bisher in drei Tagen geschafft. Da dieses Rennen zur Zeit des Mittwinters stattfindet, in der dort Temperaturen herrschen, bei denen reiner Alkohol gefriert, kann es vorkommen, dass so mancher Teilnehmer erst nach der Schneeschmelze gefunden wird. Eine andere Abart ist es, viele Schlitten in einem geschlossenen Kreis fahren zulassen und zwar so lange, bis nur noch ein Mann auf seinem Schlitten steht. Die einzige Regel dabei ist es, keinen Mann und keinen Hund absichtlich zu erschlagen. Dieses Ereignis endet immer in einem Trinkgelage, das oft mehr Opfer fordert als das Schlittenrennen.

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