Walis Schicksalslied

Walis Schicksalslied, Auðnakvæði yr Wali, ist ein Beispiel der höchsten Dichtkunst der Skalden. Wer dieses verstehen will, muss umfassende Kenntnisse über Dichtkunst, Heiti und walische Mythologie haben. Aber gerade, weil es von kaum jemand verstanden wird, wird es hoch gelobt und oftmals angehört, denn derjenige gilt als ungebildet, der zugibt, es nicht zu verstehen.

Für die Eingeweihten ist es klar, dass es sich um eine Adaption der Saga von der Schöpfung handelt.

 

Wali lenkt,
Alswiddr waltet,
Höggr zürnt,
Hyldir erkennt,
Lifur sieht,

 

Kluge lesen,
Hohe weisen,
Zeichen zeigen,
Mensch erduldet
Weise suchen.

Hohe Götter sahen
sahen fest gesponnen
Weilte der Hüter
ahnte er voraus

 

 

des Üblen Sehnen,
des Argen Geflecht.
in ewiger Halle,

der Welt Verderben.

Ein böses Schicksal
wenn spähend saß
Halben da sandte
nach Zeichen blicken

 

der Hohe schaute,
auf höchsten Sitz.
der weit Sehende,
sollte der Bote.

Da gab Wolfsfell
so zog ungesehen
er sah verborgen,
brachte kluges Sagen

 

 

er dem Wanderer,
der Halbe umher,
was heimlich versteckt,
zum ewig Sehenden.

Dem mutigen Menschen
zürnen kalter Wind
Der Alten Weisheit
lange ward geplant

 

 

droht vielerlei Mangel,
und wildes Wasser.
hilft hier wenig,
die ungute Gabe.

Üble Runen fallen,
hohe Berge brennen,
Der Alten Weisheit
Erkennt der Hohe

 

 

helle Sterne folgen,
feste Erde bebt.
hilft nur wenig.
des Feindes Handeln?

Unhold aber wirkt
will böses Geschick
wirkt üble Mächte
schickt vielerlei Weh

 

in ewiger Wut,
senden wieder Götter,
gegen arglose Menschen,
gegen wehrlose Welt.

Der Hohe sieht
des Unholds Können
Den geheimen Wegen
sieht das Elend,

 

der Menschen Sorgen,
sieht er kaum.
folgt der Wolf,
wer es ersann.

Nicht klar schauen
wo der Verhasste
Der Kriegsgott zürnt
ruft alle Krieger

 

kann der Schnitzer,
sich nun verbarg.
in grimmigem Zorn,
herbei zum Kampf.

Kampfrufe sie schrien,
in ewige Hallen,
Tief sah hinab
Der grimme Walter

 

als Krieger schritten,
den Göttern helfend.
von hohem Sitz
der ew‘gen Walstatt.

Da fragten Hohe
ob andre wüssten
auf dunklen Wegen
in endlosen Höhen

 

 

der Seelen Herrin,
von Feindes Wirken
in lichtloser Welt,
der düsteren Himmel.

Sie aber schwieg,
Oft sie nahten,
Sie selber sah,
doch ein Wort

 

 

wollte nicht sprechen.
sie redete nicht.
was andre suchten,
zerbräche die Welt.

Da kam Weisheit
sie brachten Wissen
Von dem Schwert,
sagten die Waltoten

 

 

von Kindern Wegtams,
in Gottes Wohnstatt.
der Welten Schicksal,
vieles dem Wali.

So lief Wali
in Wolfes Haut
Brachte bald heim
des Fuchses Scherz,

 

auf felsigem Weg,
er ging hinab.
in seine Halle
das üble Schwert.

Tief ins Grab
ward nun gelegt
Von Göttern beschützt,
die verfluchte Waffe,

 

die üble Gabe,
in zehrende Glut.
von Helden bewacht,
Bedroher der Welt.

Übel, sie sagten,
wenn der Feind
Doch Feindes Kunst
da schon Gewirkt

 

 

sollte es sein,
die Waffe fände.
erriet den Kerker,
das drohende Geschick.

Da heben Diebe
aus sicherem Grab,
Des Unholds Scharen
gegen ewige Hohe

 

den üblen Degen,
erfüllen das Geschick.
stehen zur Schlacht
und kampfstarke Helden.

Die Schilde bersten,
hohe Götter stürzen,
Wenn der Hahn
stehen tote Krieger

 

die Brünnen brechen,
mutige Krieger sterben.
der Sonne huldigt,
wieder im Kampf.

Ewig der Kampf,
bis der Raser
Die Gerte fasst
in Unholds Brust

 

 

endlos die Kraft,
bricht die Reihen.
der Alte Fuchs,
er sie bohrt.

Da endet gänzlich
mit altem Gegner
Gemeinsam sie stehen
zusammen sie gehen

 

der Zorn der Götter,
sind Götter geeint.
auf blutiger Statt,
davon im Guten.

Die Seele vereint,
Das Schweigen
Die Sonne erlischt,
alles wird Feuer,

 

 

der Sänger verstummt,
ruht im Welten Raum.
die Erde erbebt,
die Welt vergeht.

Der Sänger weilt
wo er wandert
Doch eine Gewissheit
der Welten Schaffung

 

 

in endloser Weite,
kann niemand wissen.
bleibt den Gescheiten:
ist ewiges Schicksal.

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