Belagerungen

Ein stetiges Ärgernis für Krieger ist es, vor einer Befestigung zu stehen, ohne an die Leute darin heranzukommen. Wenn es einem nicht gelingt, sich schnell Zutritt mittels einer List oder eines überraschenden Angriffs zu verschaffen, bleibt einem nicht anderes übrig, als die Befestigung zu belagern.

Zuerst richtet man sein Lager ein und befestigt es, damit es durch Ausfälle der Feind nicht gefährdet werden kann. Dann schickt man starke Verbände los, die dafür sorgen sollen, dass die Festung werde Nachschub bekommt noch Nachrichten an andere senden kann. Falls man einen Bach umleiten kann, um ihre Wasserversorgung zu unterbrechen, sollte man es als nächstes tun.

Nun kann man die Zeit nutzen, aus vorhandenen Baustoffen Kriegsgerät zu bauen, die Felder und den Viehbestand der ansässigen Bauern in weitem Umkreis zu plündern. Dabei sollte man auch die umliegenden Dörfer nicht verschonen. Außerdem sollten Kundschafter herumgeschickt werden, die besonders auf herannahende feindliche Truppen achten sollten, denn es ist nicht angenehm, bei einer Belagerung von hinten angegriffen zu werden.

Falls solche Truppenherannahmen, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man lässt bis zur Stadt durch, um die dann mit in die Belagerung aufzunehmen oder man schickt ihnen Männer entgegen, um sie weitab der Befestigung zum Kampf zu stellen. Letzteres bietet den Vorteil, dass man auch schon währen der fortgesetzten Belagerung Beute zu verteilen hat und seine eigenen Vorräte durch die der geschlagenen Truppe aufzustocken.

Wenn man dazu kommt, Steinschleudern einzusetzen, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass damit die Befestigung zumeist so sehr beschädigt wird, dass sie einen selbst, wenn man sie eingenommen hat, nicht mehr schützen kann. Falls man also bleiben will, ist es besser, anders vorzugehen, entweder mittels Leitern oder durch den Einsatz von Rammböcken. Viele walische Heerführer sind jedoch der Meinung, dass einen Befestigung, die erobert wurde, zerstört gehört, denn man hat ja bewiesen, dass sie sowieso nichts taugt. Ganz falsch ist das nicht, aber auch nicht das Ende der Weisheit.

Zuletzt sollte noch erwähnt werden, dass man zum Beispiel bei feindlichen Städten nach einigen Tagen der Belagerung durch Verhandlungen ansehnliche Mengen an Geld als Lösegeld erhalten kann. Der Vorteil ist klar: die Stadt bleibt für zukünftige weitere Angriffe erhalten. Es gibt Beispiele von Städten, die alle zwei Sommer von den Wali besucht wurden und jedes Mal ersten völlig überrascht waren und zweitens immer größere Mengen an Silber für ihre Freiheit gezahlt haben.

Besonders geschickt ist es übrigens, eine Belagerung zu umgehen, indem man sich als Reisende oder Händler in die Festung begibt und erst dann seine Absichten offenlegt.

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