Kleidung

Die Kleidung der Wali ist bei den meisten Stämmen gleich, vor allem, weil sie in dem gleichen unwirtlichen Land wohnen. Wenn überhaupt gibt es je nach Gegend leichte Unterschiede.

Zumeist unterscheidet sich die Kleidung von Männer und Frauen. Allerdings gibt es auch viele Beispiele, in denen Frauen, insbesondere diejenigen, die als Krieger galten, sich wie Männer kleideten. Auch Status und Alter spielen eine Rolle in der Art, wie die Menschen sich kleiden. Nicht jedes Kleidungsstück wird hier im Land aus heimischen Stoffen hergestellt. Oftmals werden Kleidungsstücke aus dem Ausland von reisenden Händlern eingeführt und verkauft. Da sei oftmals aus feineren Stoffen hergestellt wurden, sind sie insbesondere bei Reichen und Edlen begehrt und entsprechend teuer. Insbesondere in den nördlich gelegeneren Gegenden ist es nicht selten, dass die Menschen Kleidung tragen, die aus Fellen hergestellt wurde, wie es schon bei unseren Vorvätern üblich war. Auch bei den Heden, die immer noch mit ihren Wagen herumwandern kommt dies nicht selten vor.

Frauenkleidung

Die walische Frau trägt seit der Landnahme ein Trägerkleid über ihrer Unterwäsche. Es ist eng anliegend und zumeist aus Leinen oder Wolle genäht. Es reicht bis zu den Füßen hinab. Das Kleid hat oftmals eingenähte Falten, um es zu formen. Daher kann es bei den Füßen einiges an Weite aufweisen. Die Ärmel sind lang und entweder eng oder ab dem Unterarm weit geschnitten.
Es wird von Trägern auf jeder Schulter gehalten, die auf der Vorderseite von Fibeln, zwischen denen einen Schmuckkette angebracht ist, befestigt wird. Je nach Reichtum wird über dem Gewand noch ein mit Stickereien verzierter schürzenartiger Überwurf getragen.
Unter dem Kleid wird als Unterwäsche ein langes, gerade geschnittenes Hemd getragen. Im Winter ist es aus weichem Wollstoff, im Sommer aus Leinen gemacht.
Weiterhin trägt die Frau einen Umhang über den Schultern, der mittels Gewandspangen gehalten wird.
Das Gewand und der Mantel sind mit Borten oder Fellstreifen an den Säumen verziert.
Um dem Kleid Form zu geben, trägt die Frau einen Gürtel, an dem die Schlüssel und Lederbeutel für kleine Gegenstände wie Feuerzeuge, Arbeitsmesser oder Scheren hängen. Der Gürtel kann aus einem Stoffstreifen oder einem Ledergurt gemacht sein und ist zumeist mit selbstgemachten Schmuckteilen verziert, um den eigenen Status zu zeigen.
An den Füßen trägt die Frau die üblichen flachen oder halbhohen Lederschuhe. Sie verfügen über eine dicke Ledersohle und mit Wachs oder Öl gegen Feuchtigkeit geschützt.
Auf den Kopf wurden gelegentlich Kopftücher oder aus Leinen genähte Hauben getragen. Dies kommt jedoch zumeist nur bei älteren Frauen vor. Reichere Frauen trugen Pelzkappen oder Kapuzen, die an den Umhängen angenäht waren.
Wenn es kalt wurde, wurden Handschuhe aus Wolle oder Fell und Schals aus Wolle verwendet. Unter dem Umhang kann dann auch noch ein verzierter Klapprock getragen werden.

Kinderkleidung

Üblicherweise tragen Kinder die gleichen Kleider wie die Erwachsenen, nur in der Größe angepasst. Zumeist sind sie jedoch schlichter und aus haltbarerem Stoff gemacht. Wollmützen und einfache Umhänge sind ebenso üblich.

Männerkleidung

Die übliche Kleidung eines Mannes ist die Tunika, eine Tuchhose und die üblichen ledernen Schuhe.
Die Tunika sieht wie ein langärmeliges Hemd aus, das unten weiter wird und bis zum Oberschenkel, manchmal sogar bis zu den Knien, reicht. In kälteren Jahreszeiten tragt man unter der Tunika ein einfaches Hemd mit langen Armen, das aus Wolle oder Leinen gefertigt ist. Der Halsausschnitt wird mit metallenen Haken zusammen gehalten. Je nach Stand ist diese Tunika mittels Stickereien oder Borten mehr oder weniger aufwändig verziert.
Dazu wird der übliche Umhang getragen, der mit einer Brosche zusammengehalten und befestigt wird. Dieser besteht aus einem rechteckigen Stück Wollstoff, an in einigen Fällen ein Kapuze befestigt ist. Der Umhang wird so getragen, dass man mit der Rechten Hand die Waffe ziehen kann, ohne sich zu verheddern. In einigen Gegenden wird über der Tunika ein Klappmantel getragen.
Die Hose ist immer lang und reicht bis zu den Knöcheln. Es gibt zwei Arten. Die eine ist gerade geschnitten, mit engen Hosenbeinen. Die andere ist eine weit geschnittene Pluderhose, die Unterhalb des Knies mit Wadenwickeln eng an das Bein gebunden wird.
Als Schuhwerk trägt der Mann flache oder halbhohe Schuhe oder Lederstiefel, die bis unter das Knie reichen.
Um die Hüfte trägt der Mann einen Gürtel, an dem das Arbeitsmesser, Taschen, Beutel und zumeist der Sax befestigt sind. Trägt er ein Schwert oder eine Handaxt, so werden diese mit einem gesonderten, schmalen Gürtel an der Seite getragen. Die Gürtel werden entweder durch eiserne Gürtelschnall oder mit Knoten verschlossen. Reiche Leute benutzen Silber oder Gold als Material für ihre Gürtelschließen.
Auf dem Kopf tagen Männer verschieden Mutzen, aus Wolle, Leder oder Filz. Sie können an den Nähten und dem Rand mittels Fellstreifen verziert sein. Seitdem vermehrt ausländische Händler nach Waligoi kommen, tragen einige Männer auch deren fremdartigen Hüte oder Gugel.

Kleidung der Unfreien

Unfreie werden in der gleichen Art gekleidet wie ihre Herren. Nur sind die Stoffe billiger und leichter, ungefärbt und unverziert. Oft fehlen ihnen Schuhe oder sie tragen die von ihren Herren abgelegten. Kopfbedeckungen kommen nur in Ausnahmefällen vor. Besonders geschätzte Unfreie oder solche, die kurz vor ihrer Freisetzung stehen, werden meist mit besseren Kleidern beschenkt. So kann es sein, dass sich der Unfreie eines reichen Mannes in der Kleidung nicht von einem freien Bauern unterscheidet.

Wasserdichte Kleidung

Wegen des Wetters in Waligoi und ihren Hang zur Seefahrt benötigen die Wali natürlich auch wasserdichte Kleidung. Die wird in der Regel aus von Haaren freigeschabten Häuten gefertigt. Um sie wasserdicht zu machen, wird das Leder nachher mit Bienenwachs und Walöl behandelt, so dass es wasserabweisend und dennoch geschmeidig bleibt. Über den Geruch kann man natürlich streiten, aber auf hoher See interessiert das keinen.

Die Kleidung der Reichen und Edlen

Gerade reiche und edle Wali versuchen, ungewöhnliche Kleidung zur Schau zu stellen. Daher sind sie die besten Kunden der Händler aus anderen Ländern, die von dort stammende Kleidung verkaufen. Die Farben ihrer Kleidung sind oft in Waligoi nicht üblich. Besonders rote und blaue (kolonialbraune) Kleider sind in diesen Kreisen begehrt. Auch aus der Fremde stammende Stoffe wie Seide oder Samt werden gerne getragen, obwohl gerade Seide einem rasch Frostbeulen bescheren kann.

Stoffe und Farben

In Waligoi werden nur Woll- und Leinenstoffe in unterschiedlicher Güte hergestellt. Die Kunstfertigkeit der Weber ist dabei so groß, dass sie aus den gleichen Materialien Stoffe für die verschiedensten Wetterlagen schaffen können. Insbesondere in der Gegend um Boras gibt es Weber, die Wollstoffe von besonderer Weichheit weben können.
Neben einfarbigen Stoffen werden auch Stoffe aus zuvor gefärbten Fäden gewebt, die die dadurch die unterschiedlichsten Muster aufweisen können. Bei Frauen besonders begehrt sind Stoffe mit auffälligen Längsstreifen.
An Farben können in Waligoi Stoffe in allen erdfarben eingefärbt werden. Auch einige Pflanzenfarben kommen zum Einsatz. Zumeist werden Stoffe in ihren natürlichen Farben oder in Brauntönen verkauft. Dies hat in Waligoi geschichtliche Gründe.

Schmuck und Verzierungen

Die walischen Männer tragen keine Ohrringen, die Frauen schon. Ansonsten tragen Männer und Frauen aus allen Schichten soviel Schmuck, wie sie aufbringen können. Dazu gehören Ringe, Armreifen, Ketten und Broschen. Sie sind entweder aus edlen Metallen oder aus Bronze oder Messing. Zur Verzierung dienen Perlen, und verschiedene edle Steine, die zumeist einfach geschliffen und poliert sind. Die Broschen haben meistens die praktische Aufgabe, Umhänge und Kleider zusammenzuhalten. Weitere Materialien, die zur Fertigung von Schmuck verwendet werden, sind Holz, Glas und Bernstein. Die Schmuckstücke tragen Ornamente in Form geometrischer Muster aus Seilen, Tierköpfen, Tierkörpern.
Ein besonderer Fall bei Männern ist das Tragen von Armreifen. Es ist allgemein üblich, dass kein Mann sich einen Armreif kauf oder von einer Frau schenken lässt. Die Armreife, die er trägt, hat er sich durch seine Taten verdient. Sie wurden ihm als Anerkennung gegeben und werden voller Stolz vorgezeigt. Je mehr Armreifen ein Mann hat, desto höher ist er angesehen.

© 2019 Walische Webseite