Alswidrs Brautsuche

Als Alswidr mit Dis verheiratet werden sollte, feierten die Götter ein großes Fest in Walis Halle. Dort empfingen sie Abgesandte der anderen Götter und Götterbünde, die Gaben und Glückwünschen für das Brautpaar brachten. Als nachts die Götter trunken in ihren Betten lagen, ergriff der Abgesandte der Djofullir, ein Riese namens Snoðvis, Dis und entführte sie aus Walis Halle. Danach floh er, bis er wieder in der Halle seines Herrn anlangte. Dieser was ein König der Nykr namens Kaldbakur und hatte den Snoðvis mit diesem Brautraub beauftragt. Er gedachte, Dis selber zu heiraten und schloss sie bis dahin in einer Kammer ein. ,

Als der Brautraub entdeckt wurde, berichteten Knechte, wie sie den Snoðvis mit Dis hätten fortreiten sehen. Nicht Gutes ahnend sprang Alswidr auf sein Thrumar und ritt seiner Braut nach. Wali aber besann sich und sagte Höggr, er solle dem Alswidr folgen und beistehen. Schon bald hatte Höggr Alswidr eingeholt und so ritten sie gemeinsam dorthin, wo König Kaldbakur wohnte.

Bald kamen sie an die Grenze von Kaldbakurs Reich. Dort warteten einige Riesen, die Kaldbakur dorthin gesandt hatten und verweigerten den beiden Göttern den Zutritt zum Reich des Riesen. Da trat Höggr vor und forderte, dass sie durchgelassen würden. Als dies die Riesen erneut verweigerten, griff er seine Axt und spaltete einen der Riesen von oben bis unten so dass beide Hälften auseinanderfielen. Da gaben die anderen Riesen den Weg frei, folgten den beiden Brüdern jedoch um sie an der Rückkehr zu hindern.

Bald schon standen sie vor der Halle des Kaldbakur und forderten die Braut zurück. Obwohl dem Kaldbakur nicht wohl war, fühlte er sich inmitten seiner Krieger sicher genug, um den beiden Göttern eine Falle zu stellen. Und so meinte er, dass Alswidr seine Braut erst dann zurück erhalte, wenn die Götter einen Wettstreit gewinnen würden. Alswidr meinte da, das würde ihnen nicht schwer fallen.

Da rief Kaldbakur zwei seiner Gefolgsleute, einen gewaltigen Riesen namens Bjarg und einen Zwerg namens Hröpptr und verlangte, dass einer der Götter versuchen sollte, Bjarg zu Boden zu werfen und der anderer in einem Schmiedewettbewerb gegen Hröpptr siegen sollte.

Da meinte Höggr, er würde es schon mit Bjarg aufnehmen können. Und so griffen Höggr und Bjarg beherzt zu und versuchten einander zu Boden zu werfen. Lange dauerte der Kampf, doch schließlich gelang es Höggr, obwohl ihm jeder Muskel schmerzte, Bjarg hochzuheben und auf den Boden zu werfen, dass die Halle bebte. Bjarg jedoch zerbrach und da sahen die Götter, dass Höggr mit einem zu einem Riesen verzauberten Berg gerungen und ihn aus den Wurzeln der Erde gerissen hatte. König Kaldbakur war verzagt, als er sah über welche Kraft Höggr verfügte.

Nun meinte Alwidr, er werde es mit Hröpptr aufnehmen. Beide errichteten einen Schmiede und begannen, ihre Kunst zu zeigen. Es wurde bestimmt, dass Kaldbakur und Höggr gemeinsam den Sieger bestimmen sollten.

Hröpptr schmiedete zuerst eine Lanzenspitze aus schwarzem Stahl, in die er Runen aus Gold einlegte. Er härtete und hämmerte die Klinge solange, bis die jedes andere Metall mühelos zerteilen konnte und durch nichts mehr zu beschädigen war. Er nannte sie Snarrgadr und sie war sein erstes Werk. Als zweites Werk fertigte er einen goldenen Thrumarbullen, der doppelt so groß war wie andere Bullen und seine Kunstfertigkeit war so groß, dass der Bulle, kaum war er fertig, herumlief und brüllte. Diesen Bullen nannte er Gloðhorn. Als drittes Werk schmiedete er einen Schild aus Gold und Silber, der so hell schien, dass er das hellste Licht abgab. Dieser Schild konnte von keiner Waffe durchdrungen werden. Diesen Schild nannte Hröpptr Ifrodull. Nun war es an Alswidr, seine Kunst zu zeigen. Zuerst  schmiedete  Alswidr eine Axt aus Sternenmetall, ohne jede Verzierung. Sie war schwarz wie die Nacht und wenn man sie schüttelte, warf sie Feuer auf den Gegner. Die Klinge der Axt war so scharf, dass sie auf einen Amboss geschlagen diesen mühelos durchtrennte. Und derjenige, der sie trug war durch sie noch einmal so stark. Alswidr nannte sie Risikvislyr. Als zweites Werk fertigte der Gott zwei Armreifen, einer aus Gold, den Alswidr Hrauð nannte und einer aus Silber, den er Serk nannte. Jeder Armreif wurde an einem Arm getragen. Wenn man beide Armreife zusammenschlug, so kam aus ihnen eine Brünne hervor, die den Träger schützte. Diese Brünne konnte durch Waffen nicht durchdrungen werden. Als drittes Werk baute Alswidr ein Schiff aus Gold. Da war so klein, dass man es in eine Tasche stecken konnte. Dieses Schiff wurde Vidfara genannt und wenn man es dreimal bei seinem Namen nannte, wurde es groß wie ein Langschiff und trug seinen Besitzer überall mit großer Geschwindigkeit hin. Wurde es erneut dreimal beim Namen gerufen, so wurde es wieder klein.

Höggr und Kaldbakur konnten sich nicht einigen, welcher der beiden Schmiede der bessere war. Da meinte Höggr, dies sei ein Unentschieden und somit hätten er und Alswidr gewonnen, da sie mehr Wettbewerbe gewonnen hätten. Kaldbakur lachte unbesonnen und sagte, die Götter hätten verloren, da sie in einem Wettbewerb nicht gewonnen hätte. Da wurde Höggr wütend und ergriff die Axt Risikvislyr und erschlug Kaldbakur. Als die anderen Nykren und Riesen zur Rache herbeieilten, entließ er das Feuer aus der Axt und tötete alle Feinde, die er finden konnte.

Dann befreiten sie Dis aus ihrem Gemach und nahmen alle sechs Dinge, die geschmiedet waren und reisten zurück nach Veislaheim.

Alswidr  nahm sich das Schiff Vidfara und die Speerspitze Snarrgadr. Höggr nahm sich die Axt Risikvislyr. Dem Wali überließen sie die beiden Armreifen Hauð und Serk ,

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