Ankunft der Götter

Als Ekki das Urfeuer in die Form des heutigen Allheims gebracht hatte, waren die Welten noch ohne Leben. Da veränderte er die Verse und den Rhythmus seines Liedes. Dadurch wurden Wesen gerufen, die man heute als Götter bezeichnet. Diese Wesen waren nicht geformt, sondern mächtige Seelen, die nach dem Untergang anderer Welten durch die Ewigkeit wanderten.

Da schufen diese göttlichen Wesen auf den Welten Luft und Wasser. Das Land über den Wassern erschufen sie, indem sie Gesteinsbrocken aus dem weiten Weltenraum auf die Welt stürzten. Dann veränderte Ekki sein Lied erneut und auf der Welt entsprossen Pflanzen und Tiere. So nannten die göttlichen Wesen die Welt „Magira“

Und wieder fügte Ekki dem Urrkvæði einen neuen Vers hinzu und es begannen sich Pflanzen zu regen und das Land zu bedecken und später erschienen Tiere im Wasser, auf dem Land und in der Luft und lebten von den Pflanzen und voneinander. Da erhielt die Welt den Namen Magira.

Als die göttlichen Wesen über die Zukunft dieser Welt berieten, gerieten sie in Streit untereinander darüber, wie mit den Menschen zu verfahren sei. Dabei bildeten sich drei Götterbünde, die sich bald bekämpften. Die Godjar wollten dem Menschen den freien Willen geben, die Djofullir wollten die Menschen als ihre Diener versklaven, die Daudurja jedoch wollten alle Menschen sogleich töten und die Welt selbst in Besitz nehmen. In einer großen Schlacht besiegte der Bund der Godjar die Bünde der Daudurja und der Djofullir. Nachdem die Djofullir unter die Erde und die Daudurja in die Weiten des Himmels geflohen waren, herrschten die Godjar nun über die von der Schlacht gezeichnete Welt.

Seit dem versuchen die Djofullir und die Daudurja unablässig, die Godjar und die Menschen zu verderben. Die siegreichen Goðjar jedoch errichteten Wachen gegen ihre unterlegenen Feinde, denn sie wussten, dass es dereinst zu einer entscheidenden Schlacht kommen würde. Nun machten sie sich daran, ihre Pläne zu verwirklichen.

Nun entstand der Mensch, der anfängliche nicht mehr war wie die anderen Tiere, aber die göttlichen Wesen, die sich nun Götter nannten, entschieden sich, ihnen eine Seele zu geben und sie begannen zu Sprechen und erlangten Erinnerung und Wissen. Damit war ihnen der freie Wille gegeben, der sie befähigte Gutes oder Böses zu tun.

Nun wählten die Götter sich jeweils eine der Menschensippen und gaben sich selbst Namen und Form, damit sie die Menschen unterweisen konnten.

Einige der Götter wählten sich ein Volk, das sich nach dem obersten dieser Götter als „Wali“ zu bezeichnen begann. Um sich den Wali mitteilen zu können wählten sie Zeichen, die von Kundigen gedeutet werden konnten.

Wer als Mensch sich jedoch den Göttern gegenüber als würdig erwiesen hatte, lebte nach seinem Tod in der großen Halle des Wali, Veislaheim.

© 2019 Walische Webseite