Hymir
An die Südküsten Waligois branden die Wellen des Hymir. Es ist ein Meer, das rundum von Land umschlossen ist. Nur im Norden gibt es einen Weg in den Endlosen Ozean durch den Yggrfjord und im Süden gelangt man durch die Straße der Helden in die südlichen Meere. An seinen Küsten liegen die walischen Städte Taihartu, Boras, Greborg, Nyrorm und Askyr.
Obwohl immer noch kalt ist das Wasser des Hymir warm genug, um an der Südküste Waligois einen Bewuchs mit Wald zu ermöglichen. Auch ist der Nährstoffreichtum nicht sehr groß, so dass die dort lebenden Wali neben dem Fischfang auch noch Jagd, Viehzucht und Ackerbau betreiben müssen. In der Vergangenheit war das Hymir Schauplatz großer Schlacht verschiedener Flotten und an allen Küsten werden auch heute noch rund gewaschene Hölzer von gesunkenen Schiffen angeschwemmt. Auch wenn der Fischreichtum nicht so groß ist, wie im Norden, so schwemmt das Meer dennoch täglich Reichtum in Form von Bernstein an die Küsten. Dort wird es eifrig von Fischern und anderen Anwohnern eingesammelt und gegen gutes Silber an Händler verkauft.
Weil dieses Meer nie zufriert, ist es der Weg wichtiger und gewinnbringender Handelswege, in denen aus Waligoi Waren mit fremden Ländern ausgetauscht werden. Gleichzeitig ist es aber auch der Reiseweg derjenigen, die an Waren gelangen wollen, ohne dafür zu bezahlen. So reisen dort alljährlich aus den ärmeren Gegenden Waligois die Mutigen aus, um an fremden Küsten zu heeren und um mit viel Gewinn zurückzukehren. Dass dies nicht jedem gelingt, ist selbstverständlich. Dennoch aber sind diese Schiffe mit den rot bemalten, feuerspeienden Thrumari-Köpfen der Schrecken der Seefahrt und der küstennahem Siedlungen bis hinunter in den Süden der Alten Welt. Erst seit dem Langen Winter hat dieses Treiben vorerst ein wenig nachgelassen.
Da dieses Meer wärmer ist, als der nördlich Walogis gelegene Teil des Endlosen Ozeans, gedeihen in ihm besonders gut verscheiden Sorten von Algen. Viele davon werden gesammelt, manche, um sie zu essen, manche, um damit die Felder zu Düngen oder aus ihnen einen harzähnlichen Klebstoff zu kochen, der auch zum Abdichten der Schiffe benutzt wird.
Durch die Strömungen zwischen der Straße der Helden und dem Yggrfjord kann es bei geeigneten Winden im Hymir zu dem berüchtigten Malmstroem kommen, einer riesigen, kreisförmigen Strömung, die Geschwindigkeiten erreicht, die Schiffe nicht erreichen können. Von den Wali wird diese Strömung auch der „Wilde Wurm“ genannt. Dieser Begriff wird zuweilen auch für Hymir selber verwendet. Er kam auf, weil Sagen behaupten, unter dem Meer, tief im Innern der Erde, sein der Ort namens Ekkstadur, an dem die Thekkja, die auch Hyldir heißt, die Seelen der unwürdigen Toten in ihrem Feuer verbrennt. Es wird auch behauptet, sie läge gelegentlich in ihrer Drachengestalt (einem Wyrm) am Grunde des Hymir.
Das Wetter auf dem Hymir ist aufgrund der verschiedenen Winde, die es beeinflussen sehr sprunghaft. So kann es viel gefährlicher sein das Hymir zu befahren, als den Yggrfjord oder den Endlosen Ozean. Viel fremde Schiffe halten sich daher immer in der Nähe von Küsten auf. Die Wali jedoch verlachen diese Leute und segeln immer gerade drauf los. So haben sie eigentlich den küstenfernen Teil des Hymir für sich, was ihre Reisen zu sowohl was den Handel betrifft, als auch ihre Plünderungen, begünstigt.
