Bevölkerung
Neu-Westurgoi ist zum größten Teil von Wali bevölkert. Doch auch Reste der Azcapazulcos, den Ureinwohnern des alten, untergegangenen Reiches Azcapazulco, leben in diesem Land. Sie sind ein aussterbendes Volk. Dies rührt von ihrer technischen Unterlegenheit und ihrem ständig schrumpfenden Lebensraum her. Die meisten Wali leben in den Städten und Siedlungen Neu-Westurgois und machen dort fast die gesamte Einwohnerzahl aus. Die Azcapazulcos leben bis auf Tical und Xitle nahezu ausschließlich in den Waldgebieten.
Wali und Azcapazulcos
Über Neu-Westurgoi erstreckt sich ein dichtes Netz aus Städten und Handelszentren, in denen die Wali die Verwaltung und Gerichtsbarkeit innehaben. In den dichten Wäldern jedoch regieren vielerorts noch die Häuptlinge oder Priester der Azcapazulcos. Nur in wichtigen Fällen wird auch dort das Recht von einem Adhalsmannr bzw. Lánarmannr oder Höfdhing gesprochen, der dann eigens zu dieser Verhandlung anreist. Durch die Einbeziehung der örtlichen Stammeshäuptlinge und Priester wird der Frieden zwischen den beiden doch sehr verschiedenen Völkern gewahrt.
Ähnlich freizügig handhaben die Wali auch den Götterglauben: Die Wali beten zu ihren Göttern (Wali, Höggr, Alsvidr, Hyldir und Lifur). Den Beltyren verehren besonders Lifur, den Gott des Wissens. Er ist ihre Stammesgottheit.
Es wird gern gesehen, wenn die Azcapazulcos dies auch tun, doch ist ihnen nicht verboten, ihren eigenen Göttern zu huldigen. Die Anbetung der Götter der Azcapazulcos geschieht an den Stufentempeln der alten Städte Xitle und Tical. Gerüchteweise sollen dort noch Menschenopfer dargebracht werden, zum Beispiel falls die Ernte ausfällt oder die Sterne durch den hohen Priester Unheil verkünden. Als die Azcapazulcos, kurz nach der Ankunft der Wali in Neu-Westurgoi, in Xitle ein Menschenopfer-Ritual mit eingewanderten Wali vollzogen, griffen die Wali mit dem Schwert (bzw. der Axt) hart durch. Seither werden diese Rituale nur noch im Geheimen und an den eigenen Landsleuten durchgeführt. Die Wali haben seit ihrer Ankunft stets ein Auge auf die Aktivitäten der Azcapazulcos.
Die Stämme der Wali
Die Wali in Neu-Westurgoi leben in der Regel in Großfamilien zusammen. Zu Anfang der Besiedelung lebten die Wali weiterhin in den auch in Waligoi vertretenen vier Stämmen: Bognaren, Heden, Gauten und Atlir. Nach der Besiedelung Neu-Westurgois war es die Regel, daß mehrere Familien eines Stammes eine Siedlung gründeten. In dieser Siedlung haben zuweilen auch Mitglieder anderer Stämme eine Heimat gefunden. Die Stammeswappen waren dieselben, die aus Waligoi bekannt sind: Schild/Sonnenscheibe, Axt, Ger und die geflügelte Seeschlange.
Auch messen die Wali den alten Traditionen, wie den Gerichtsthings, Markttreffen, Mittsommer- und Mittwinterfesten große Bedeutung bei.
Die Stämme sind nicht länger auf Siedlungsräume beschränkt wie in Waligoi. Dies hat teilweise zur Vermischung der Stammeskulturen geführt. So entstand innerhalb weniger Jahre ein neuer Stamm, die Beltyren, wie sich die Wali als Bewohner Neu-Westurgois selber nennen.
Das Stammeswappen der Beltyren sind die Sterne.
Die Namensgebung ”Beltyr” bzw. ”Beltyren”
Neben vielen anderen positiven Dingen stellten die Wali in Neu-Westurgoi erfreut fest, daß es in diesem Land auch viel mehr Möglichkeiten gab, Stoffe einzufärben. Dies wurde zuerst beim Gewand umgesetzt, welches nach Möglichkeit mit farbenfrohen Borden geschmückt wurde. Schließlich ging man allmählich dazu über, auch mehrfarbige Gewandungsgürtel, meist aus eingefärbtem Wollstoff, zusätzlich zum Ausrüstung- bzw. Waffengürtel zu tragen.
Dieser Gürtel schmückte den Träger auch, wenn er sein ”Arbeitswerkzeug” abgelegt hatte. So konnten auch die ärmeren Wali zeigen, daß sie es zu etwas gebracht hatten.
Die bunten Gewandungsgürtel waren individuell und wiesen fast immer keine Stammesinsignien auf. Als auch Jalmur als der durch die Jarkhane ernannte Jarl von Neu-Westurgoi solche Gewandungsgürtel zu offiziellen Anlässen trug, hielten diese auch, bis auf ein paar Ausnahmen vielleicht, Einzug in die kleinste Walichen Hütte.
Dieses Zeichen des Gemeinsamen ist stammesübergreifend und unterstreicht die gemischte und recht lockere Ansammlung von Wali aus verschiedenen Stämmen.
Aus diesem Gemeinschaftsgefühl entwickelte sich sehr schnell der Name, dem sich die Wali der Yddia nach der Ernennung von Jalmur zum Jarl von Neu-Westurgoi gaben (und der sich auf die farbenfrohen Gewandungsgürtel bezieht): Beltyren
(”Beltyr” ist der Singular, ”Beltyren” der Plural. ”Jarl” ist bei den Beltyren die allgemeine Bezeichnung für ”Fürst”.)
Rang, Stände und Titel
An erster Stelle stehen die Jarkhane als Führer aller Wali. Für Neu-Westurgoi haben sie einen Jarl ernannt, welcher dort als ihr einziger Vertreter das Land und seine Bewohner regiert. Zugleich vertritt der Jarl die Interessen der Beltyren gegenüber den Jarkhanen. Als Zeichen seines Amtes hat der Jarl von Neu-Westurgoi einen speziellen Ring von den Jarkhanen erhalten.
Inzwischen gibt es keinen Jarl mehr. Wie bei allen anderen Stämmen steht den Beltyren nun ein Werir vor.
Als äußeres Zeichen ihres Ranges tragen Wali eine Lederschnur mit einer ihrem Rang entsprechenden Anzahl von Wolfszähnen.
Keinen: Vinnurmannr / -kunyr (Unfreie, die unter der Fürsorge ihres Herren stehen und ihm Dienste verrichten; aber auch Kinder / Sie haben nicht das Recht, eine Waffe zu tragen / Unfreie haben im Thing Rederecht, aber kein Stimmrecht)
Einen: Fylgdarmannr / -kunyr (freie Wali mit Grundbesitz, Stimmrecht im Thing und dem Recht, eine Waffe zu tragen)
Zwei: Höfdhing (Dorfhäuptling und/oder Kapitän eines Schiffes)
Drei: Lánarmannr / -kunyr (Gebieter über ein bestimmtes Gebiet mit mehreren Dörfern/Städten und/oder Anführer einer Flotte und/oder berühmter Krieger/Handwerker/Skalde/...)
Vier: Adhalsmannr / -kunyr (Adliger und Edler in Follow)
Jene Personen, die vom Thing oder dem Jarl (als oberstem Richter in Neu-Westurgoi) zu Friedlosen erklärt wurden, stehen gesellschaftlich noch unter den Unfreien. Sie haben keinerlei Rechte. Jeder freie Wali darf nach eigenem Gutdünken mit einem Friedlosen verfahren, den er ergreift.
