Myrkjurd
Der „Schwarzsumpf“ bildet das Grenzgebiet zwischen Waligoi und Tuominen. Er wurde, als die Wali noch im zentralen Urassu wanderten, von diesen als das Ende der Welt angesehen. Der Schwarzsumpf ist eine flache Senke, die leicht unter Meereshöhe liegt. Daher wird das Gebiet bei entsprechenden Winden bis weit ins Land hinein vom Meer überspült, das sumpfige und brackige Teiche und Pfützen hinterlässt und das Gebiet durch den abgelagerten Schlick fast unpassierbar macht. Von Norden her fließt der Myrkvetni in den Sumpf und führt ihm zusätzlich Wasser zu, das kaum einen Abfluss findet und viel Schlamm ablagert. Der größte Teil des Sumpfes ist unpassierbar und mit schwarzgründigen Tümpeln und Pfützen bedeckt, um die herum Gräser, Schilf und dorniges Gestrüpp wächst, das oft eine ungesunde graue bis braune Farbe annimmt.
In diesen Bereichen kann es passieren, dass ganze Reisegruppen in die Irre gehen und entweder im Sumpf versinken oder durch Krankheiten, die sie sich dort zuziehen ums Leben kommen. Allerdings gibt es einige wenige Pfade, die durch den Sumpf sicher zur anderen Seite führen. Die Kenntnis von diesen Wegen wird oft wie ein Geheimnis bewahrt. Einige wenige dieser Wege sind allgemein bekannt und gut bewacht. Dort ziehen dann Handelszüge entlang.
Das Myrkjurd ist nur sehr spärlich besiedelt. Nur einige Ausgestoßene und Friedlose finden dort Unterschlupf und stellen als Räuber eine ständige Gefahr für unvorsichtige Reisende dar. Südlich von Askyr wird im Randbereich des Sumpfes Torf gestochen, der als Bau- und Brennmaterial genutzt wird. Dort gibt es auch das eine oder andere Dorf, das auf Pfählen gebaut ist und deren Häuser durch Knüppelpfade verbunden sind. Als Fortbewegungsmittel benutzen die Bewohner flache Boote. Außer einigen wenigen Heilkräutern gibt es nichts, was aus dem Sumpf als Handelsware genutzt werden kann.
Einige Sagen behaupten, dass in dem Fluss und dem Sumpfe Fischwesen hausen, die Eindringlinge fangen und fressen sollen. Sie sollen Diener eines der Widersacher der Götter sein. Auch einen Namen hat man diesem mythischen Volk gegeben, es wird Mýrrfirar, das Sumpfvolk genannt.
