Gryggr
Einleitung
Vieles von dem, was hier beschrieben ist, ist dem einzelnen Wali nicht bekannt. Das Wissen eines Enzy-Charakters sollte sich also auf die Inhalte beschränken die im zweiten Abschnitt dieses Artikels umrissen werden.
Wer Gryggr ist
Gryggr ist zusammen mit den Göttern in die Welt gekommen. Er gehört der Gruppe der Niederen Göttern an, die der Skappa Saga zufolge den Menschen unbekannt sind und zum Teil unter ihnen wirken, ohne sich zu offenbaren. Scheinbar kommt Gryggr laut der Skappa Saga eine wichtige Rolle im Bestehen und Vergehen der Welt zu. So beschreibt die Sage:
Gegen die Macht der Mythanen jedoch hilft dies nicht, da sie über große und wiedernatürliche Macht verfügen. So wählten die Hohen einen, der einen besonderen Blick auf die Natur hat. Dieser hat die Macht, mit den Wesen und Dingen zu reden und sie in seinem Sinn zu senden. Er kann Tiere rufen und sie gegen die Feinde senden, den Skar-Wolf, den Mikill, die Skuggir, den Tönnyr-Aar und den Orkr-Wal. Den Wind und die Wolken kann er rufen, Regen und Eis senden, Trugbilder über das Land legen und Bäume und Schlingpflanzen wachsen lassen. Aber wenn er einen Mann bekämpfen will, so muss er dies mit normalen Waffen tun, ebenso wie ein Waljar. Macht über Menschen hat er nur durch Trugbilder. Und gegenüber dem Standfesten hat er nicht mehr Macht als sein Schwert, sein Witz und sein Mut ihm geben. Doch er ist immer in Gefahr durch die Feinde, die er bekämpfen soll und daher lebt er im Verborgenen, bis er gebraucht wird. Aber in der Letzten Schlacht wird er die Tiere anführen, die ebenfalls eine Seele haben und ihr Beitrag wird kein geringer sein. Von nun an wird er Galdrmannr genannt. Und wenn böse Magie das Land und Volk der Waljar bedrohen, kommt derjenige und tut, was notwendig ist, um sie zu schützen und die Pläne der Mythanen und des Entwirkers zu durchkreuzen. Aber das Können dieses Mannes besteht nur, solange er auch nur ein Geringes der waljarischen Lande sehen kann. Und so gibt es auf waljarischem Boden immer einen, der in der Lage ist, den Mythanen und ihrer Macht im eigenen Land zu trotzen.
Weiter wird über die Verbündeten der Götter bei der letzten Schlacht gesagt:
Und es kommen die Niederen mit ihrem Gefolge, die Krieger aus der Halle Walis, die Einnherir mit ihrem Jarkhan mit vielen Kindern Svidars, die Thekkja und der Galdrmannr mit seinen Kräften und Verbündeten und zuletzt erscheinen die anderen Goðjar mit ihren Helfern.
Somit wird Gryggr ein Begriff zugewiesen: „Galdrmannr“. Er wird im Gegensatz zu den anderen Niederen Göttern in dieser Rolle bei der Auflistung der Verbündeten der Götter bei der letzten Schlacht erwähnt.
Im Lauf der Geschichte der Wali tauchte Gryggr immer wieder auf. Auffällig dabei ist jedoch, dass er sich viele verschiedene Namen gab. Dies mag an seinem Streben liegen, dass sein Wirken unter den Menschen möglichst nicht den Göttern zugeschrieben werden soll. So wird ihm in der Urrtið Saga nachgesagt, er habe unter dem Namen Ridkudr, Reitkundiger, die Waljari das Reiten der Thrumari gelehrt.
Da fanden die Götter, dass es an der Zeit sei, dass die Waljar lernten, zu reiten. So sandte Wali einen der Niederen Götter und er nannte sich Ridkudr. Er hieß ihn, sich als Mensch zu zeigen und die Waljar zu lehren, wie sie Thrumari einfangen, zähmen und reiten konnten. Ein Thrumar ist hochbeinig, so dass seine Schulter und die eines Mannes auf gleicher Höhe liegen und er wog so viel wie zwanzig Männer. Er lief so schnell, dass er fliehende Wisente leicht einholen konnte und wenn Thrumar-Bullen miteinander kämpften, so verwüsteten sie alles um sich herum. So lebte Ridkudr lange Jahre unter den Waljar und rasch lernten sie alle Fertigkeiten und erlangten so einen großen Vorteil vor den anderen Völkern. Als seine Aufgabe vollbracht war, kehrte Ridkudr wieder zu den Göttern zurück.
In der Formóðir Saga wird Gryggr erstmals im Zusammenhang mit den Fähigkeiten erwähnt, die ihm in der Skappa Saga bereits zugeschrieben werden. Diesmal nennt er sich „Haldur Framling“:
Nun ist zu berichten von dem Mann, der sich Háldur nannte. Woher er stammt, wessen Sohn er war und welcher Sippe er angehörte wurde nie bekannt. Daher wurde er von den Bewohnern des Dorfes, in dem er zuerst erschien Háldur Framling, Haldur Fremdling, genannt.
Er erschien einige Jahre vor dem Beginn des Dritten Rukr Krieges in diesem Dorf im Südosten des Ateljar-Landes, dort wo die Tönnyr sich aus dem Hochland und dem Meer erheben. Die Frage nach seiner Herkunft beantwortete er damit, dass er viele Jahre in den Bergen gelebt habe. Am Rande des Dorfes baute er sich eine Hütte. Bald bemerkten die Wali Merkwürdiges an ihm. Es wurde berichtet, dass er von Skar-Wölfen und einmal von einer großen Katze, deren Art man bisher noch nie gesehen habe, begleitet worden sei. Und oft seien Tönnyr-Aare über ihm gekreist, wenn er zur Jagd ging. Darauf angesprochen zuckte Háldur mit den Schultern und meinte, auf das, was diese Tiere täten hätte er keinen Einfluss. Trotzdem wurde er von den Menschen geschätzt und schloss leicht Freundschaften. Er hörte lieber zu als zu sprechen und sah die Dinge und Zusammenhänge mit einer Klarheit und Schärfe, dass er selbst die Alten und Weisen in seinem Urteil übertraf.
Zu Beginn der dritten Rukr-Kriege sandte der Feuerbringer viele Gruppen von Rukr aus, um zu plündern und die Kräfte der Waljari an vielen Orten zu binden. Eine dieser Trupps von etwa fünfzig Rukr und zwei Trollir erreicht auch das Dorf, in dem Háldur lebte. Sie wurden von einem Bauern gesehen und er eilte ins Dorf um die Menschen dort zu warnen. Das Dorf selbst konnte nur zwanzig Krieger aufbringen. So flohen die Frauen, Kinder und Alten in eine nahegelegene Schlucht und die Kämpfer bereiteten sich darauf vor, ihre Habe zu verteidigen. Zwei Boten wurden zu den nächsten Dörfern mit der Bitte um Hilfe aus gesandt, aber diese würde sie vor dem nächsten Morgen nicht erreichen. Während sich die Männer am Weiher im Dorf sammelten, wollte Háldur jedoch den Rukr entgegen gehen. Als man ihn davon abhalten wollte, ließ er dies nicht zu und schließlich ließ man ihn ziehen. Als er den Rand eines Gehölzes erreichte, sah man ihn rufen, mal in das Gehölz, mal in den Himmel. Schließlich trat ein Skar-Wolf aus dem Gehölz und setze sich neben Háldur und am Himmel zeigten sich einige Tönnyr-Aare. Dann zog er sein Schwert und wartete. Als die Männer sich zu ihm gesellen wollten, um ihn zu unterstützen, winkte er sie wieder fort.
Als schließlich die Rukr aus einem nahegelegenen Wald traten, die Trollir voran und Háldur mit dem Wolf neben sich sahen, zögerten sie, doch marschierten dann weiter auf das Dorf und ihn zu. Als die Rukr dicht genug herankamen, wollten sie auf Háldur zustürmen. Doch dieser rief ein Wort und ein Blitz schlug aus dem Himmel in das erhobene Schwert und ließ es weiß erglühen. Ein weiterer Ruf und es erschienen aus dem Gehölz ein Dutzend Skar-Wölfe und griffen die Rukr an, unterstützt von einer Handvoll Tönnyr-Aare. Gegen die Trollir jedoch wandte sich Háldur mit seinem glühenden Schwert. Und dort wo er traf taten sich schreckliche Wunden auf und als der erste Trollr starb, wurde er dort, wo er fiel, zu Stein. Auch dem zweiten Trollr erging es nicht besser. Als die Rukr sahen, wie ihre stärksten Kameraden so einfach fielen, flohen sie, verfolgt von Skar-Wölfen, Tönnyr-Aaren und schattenhaften Katzen.
Die Menschen freuten sich über diesen glücklichen Sieg und ehrten Háldur hoch, aber gleichzeitig ängstigten sie sich vor ihm, so dass er sich immer mehr zurückzog. Dies war im ersten Jahr der Dritten Rukr-Kriege. Háldur lebte weiterhin in dem Dorf bis zum Ende des Winters des vierten Jahres der Kriege. Dann nahm er Abschied, da er meinte, er sei zu den Pässen des Tönnyr gerufen worden. Und nicht wenige Menschen waren erleichtert, denn sie hofften, dass es dann vorbei sei mit den ganzen merkwürdigen Ereignissen.
Und von den Ereignissen vor der Schlacht am Nordpass wird gesagt:
In dieser Lage erreichte ein Mann das Lager der Waljar vor dem Südpass. Er nannte sich Háldur Framling und verlangte, den Jarkhan zu sprechen. Als dieser ihn sah, wusste er, dass mit ihm etwas Besonderes kam, denn Háldur hatte Augen von gleicher Farbe wie er. Da ging er mit Háldur in sein Zelt und unterhielt sich lange mit ihm. Als er wieder heraus kam, hieß er seine Männer, sich Abmarschbereit zu machen. Als sie fragten, wohin es gehen sollte, gab er keine Antwort. Háldur indes ging in den Pass hinein und bald darauf zogen sich Wolken zusammen und es wurde nebelig. Da meinten die Männer, starken Schneefall im Pass sehen zu können. Und als der Nebel verging, war der Pass eingeschneit wie er es sonst nur im Winter war.
Von der Schlacht am Nordpass selber wird berichtet:
Dann traf Háldur bei ihnen ein und viele Skar-Wölfe waren mit ihm. Und er sagte, der Feuerbringer wolle beim nächsten Angriff seine Macht einsetzen, doch er, Háldur, würde dies verhindern. Und so geschah es auch. Als gegen Abend die Rukr wieder angriffen, entstand hinter ihnen und weiter oben eine Feuerwolke, aus der ein riesiges, brennendes Wesen kam, das später viele als Dämon oder Djófullr bezeichneten. Es ging zwischen den angreifenden Rukr und drohte, die Waljar mit seinem Feuer zu verbrennen. Doch bevor Furcht die Waljar überwältigten konnte, trat Háldur vor und rief einige Worte. Da ballten sich die Wolken zusammen und wurden schwarz. Aus ihnen fielen gewaltige Regenschauer und erstickten das Feuer der Kreatur, bis sie zusammensank und verging. Da wollten die Rukr sich zurückziehen, doch sie wurden von den Draugar des Feuerbringers wieder in den Kampf getrieben. Noch oft versuchte der Feuerbringer in dieser Nacht, seine Kräfte einzusetzen, doch Háldur machte es jedes Mal zunichte.
In der Saga von Edbald Kellenhieb taucht Gryggr unter dem Namen Berhan auf, ohne dass in dieser Saga weitere seiner Fähigkeiten enthüllt werden. Allerdings schein er dort als Lenker von Ereignissen aufzutreten.
Damit hat sich Gryggr mit den Fähigkeiten eingeführt, die er fortan zum Wohle der Wali einsetzte.
Später wurde ihm nachgesagt, dass er könne auch den Mikill, den Mammut, und den Orkr-Wal, den Jagdwal, rufen und Bäume und Schlingpflanzen wachsen lassen. Bei allen seinen Kräften hat er sie jedoch niemals gegen einen Wali oder eines der beseelten Tiere eingesetzt. Es wird behauptet, dass er seine wenigen Händel mit einem Wali immer wie ein normaler Mann handhabt. Hierzu gibt es jedoch wenig Gelegenheit, denn wenn er nicht gebraucht wird, lebt er im Verborgenen. Allerdings ließ er sich von niemandem rufen, sondern erschien immer nur dann, wenn er es für nötig hielt.
Einige Jahre nach dem Dritten Rukr-Krieg wird der angebliche Nachfolger des Haldur von dem damals amtierenden Jarkhan erstmals Gryggr genannt. Seitdem erscheint er unter diesem Namen regelmäßig während der vielen Kriege, die noch folgten und diente dem Jarkhan und dem walischen Volk mit seinen Fähigkeiten, die jedoch nur auf walischem Boden von besonderer Macht sind.
Eine besondere Tat des Gryggr in jüngerer Zeit war die Belebung des Edbald mit den Seelen der drei alten großen Führer der Wali, Elfse, Eirik und Egil mithilfe der Götter, wodurch als Preis für die Freigabe der drei Seelen aus Walis Halle den Langen Winter ausgelöst wurde. Damit wurde der Byrjun-Sippe, die ohne männliche Erben war, der Fortbestand gesichert. Nach dieser Tat verschwand Gryggr für zwanzig Jahre auf unbekannten Wegen.
Später kämpfte er mehrmals nach den Dritten Rukr-Kriegen gegen Mythanen. So besiegte er im Sommer 2724 (1082 n.Kr.) den Eldurgefja gegen Ende des Vierten Rukr-Krieges in den Tiefen des Urrspalt. Er ist der Einzige, von dem bekannt ist, dass er tief in der Spalte war und zurückgekehrt ist. Zuletzt wurden im Sommer 2809 (1167 n.Kr, 42 n.d.F) zwei Mythanen, von denen einer den Namen Lykon Medastes trug, in Zweikämpfen mit Gryggr getötet. Durch seine Siege gegen Mythanen ist Gryggr damit eine wichtige Kraft wieder das Chaos, das die Brut des Svidar schaffen soll.
Was ein Wali weiß
Der „normale“ Wali weiß „nicht“, dass Gryggr ein Niederer Gott ist. Er weiß nur von seinem Wirken in der Vergangenheit nach dem Dritten Rukr-Krieg. Es wird aufgrund der Tatsache, dass Gryggr in der Vergangenheit viele Namen benutzte keine Verbindung zwischen den beschriebenen Ereignissen in den Sagas und dem heute bekannten Mann hergestellt. Über die Fähigkeiten des Gryggr haben die Wali nur eine vage Vorstellung. In diese inbegriffen ist jedoch der Glaube, dass er die Welt erschüttern kann, wie es bei der Belebung des Edbald geschehen ist. Da offenbar Gryggr über mehr als ein Menschenalter wirkte, wird vermutet, dass sein Name auch von den Nachfolgern des ursprünglichen Gryggr angenommen wurde.
Die Wali betrachten Gryggr mit Scheu und halten sich von ihm möglichst fern, obwohl sie sein Wirken für die Wali anerkennen und loben.
„Gebildete“ Wali wie die Goden oder einige schriftenkundige Adlige ahnen, dass es eine Verbindung zwischen Gryggr und Háldur Framling gibt. Ebenso wissen sie, dass der Gryggr nach dem Dritten Rukr-Krieg immer die gleiche Person war und daher wird vermutet, dass er entweder von göttlicher Abkunft sei oder durch einen Fluch ewig an seine Aufgabe gebunden ist. Die Verbindung dieser Vermutungen mit den Aussagen der Saga von der Schöpfung wird jedoch auch hier nicht hergestellt.

Da fanden die Götter, dass es an der Zeit sei, dass die Waljar lernten, zu reiten. So sandte Wali einen der Niederen Götter und er nannte sich Ridkudr. Er hieß ihn, sich als Mensch zu zeigen und die Waljar zu lehren, wie sie Thrumari einfangen, zähmen und reiten konnten. Ein Thrumar ist hochbeinig, so dass seine Schulter und die eines Mannes auf gleicher Höhe liegen und er wog so viel wie zwanzig Männer. Er lief so schnell, dass er fliehende Wisente leicht einholen konnte und wenn Thrumar-Bullen miteinander kämpften, so verwüsteten sie alles um sich herum. So lebte Ridkudr lange Jahre unter den Waljar und rasch lernten sie alle Fertigkeiten und erlangten so einen großen Vorteil vor den anderen Völkern. Als seine Aufgabe vollbracht war, kehrte Ridkudr wieder zu den Göttern zurück.