Wetter

Fragestellungen

Auf ganz Magira herrscht gemeinhin die Auffassung, in Waligoi sei es nur kalt, alles Wasser sei gefroren und überall läge Schnee, so dass die Wali das ganze Jahr über in Fellen herumlaufen müssten, um nicht zu erfrieren. Wenn dieses wahr wäre, ließen sich viele Fragen nicht zufriedenstellend erklären. Dazu gehören Fragen wie die folgenden:

  • Wie konnten Wali so großartige Seefahrer werden, wenn alles Wasser gefroren ist?
  • Woher kommt der Honig für all den Met, den die Wali trinken?
  • Womit waschen sich Wali überhaupt, wenn es kein Wasser gibt? Mit Met?
  • Wie kann man freiwillig in solch einer Gegend leben?

Daher sollen hier jetzt ein paar Bröckchen Wissen vermittelt werden.

 

Klima

Waligoi liegt weit im Nor der Alten Welt, dicht bei den großen Eisfeldern, die weiter nördlich das Meer ganzjährig bedecken. Die gesamte Alte Welt, die bekanntermaßen im Endlosen Ozean liegt, wird von dem Großen Ringstrom rechtsdrehend umkreist, der im Süden Wärme sammelt und diese auf dem Weg nach Norden wieder freigibt. Im Winter reichen die Eisfelder bis zu den Küsten Waligois, aber im Sommer reicht die Wärme des Ringstroms aus, das Eis mehrere Tagesreisen weit nach Norden zurück zu drängen. So nebenbei, die Eisfelder werden von den Wali Issgardr, das Eisland, genannt. „Irgendwo“ dort soll auch Walis Halle auf einem hohen Berg liegen.

Im Südosten Waligois liegt Urassu, der Kontinent, zu dem auch Waligoi, wenn auch nur wiederwillig, gehört. Dass es dort Ablösungsbestrebungen gibt, sieht man daran, dass der Grenzbereich zwischen Waligoi und Urassu ganz oder teilweise bereits Meer ist. Im Süden und Südwesten gibt es das Hymir, dass durch Meeresströmungen aus dem Süden der alten Welt durch die Straße der Helden mit wärmeren Wasser versorgt wird. Diese Strömungen verlieren, je weiter sie nach Norden kommen, ihre Wärme, aber es reicht aus, das Meer weitgehend eisfrei zu halten und heftige Stürme auf dem Hymir zu erzeugen. Durch diese Strömung und bei geeigneten Winden kann es im Hymir zu dem berüchtigten Malmstroem kommen, einer riesigen, kreisförmigen Strömung, die Geschwindigkeiten erreicht, die Schiffe nicht erreichen können. Daher friert das Meer an Waligois südlichen Küsten oft nur für ein bis zwei Monde im Winter zu.

Diese Umstände, insbesondere die nördliche Lage sorgen dafür, dass es in Waligoi durchschnittlich kälter ist, als in anderen Gegenden der Alten Welt. Dennoch reichen die Temperaturen aus, das Eis an Waligois Küsten zumindest im Sommer zu schmelzen. Wegen der niedrigen Temperaturen ist der überwiegende Teil Waligois von Vegetation in Tundra bedeckt. Aber in besonders geschützten Gegenden werden Temperaturen erreicht, die Baumwuchs und Landwirtschaft möglich machen.

Das Wetter wird von zwei weiteren Umständen bestimmt. Der eine ist das sich von Süden nach Norden erstreckende Gebirge, das zwischen dem Hochland von Yggrgard und dem Flachland im Osten liegt. Der zweite ist eine Kette  von Hügellandschaften, die sich von Osten nach Westen durch das gesamte Waligoi erstreckt.

 

Wetter

Das Wetter in Waligoi wird von den Winden herangetragen, die im Sommer überwiegend aus dem Süden und Südosten kommen und im Winter aus dem Norden. Die Winde aus dem Süden befördern viel Wasser heran, das sich als Regen und in höheren Lagen auch im Sommer als Schnee niederschlägt. Im Bereich des Flachlandes regnet das Wasser bis hin zu den Hügelketten ab. Darüber hinaus jedoch gelangt nur wenig Regen, so dass im Sommer der nördliche Bereich des walischen Flachlandes eher trocken ist. Kommt der Wind aus dem Südosten, so ist er trocken und bringt nur wenig Regen mit sich. Kommt der Wind jedoch aus dem Norden, so ist er im Sommer kalt und mit Wasser geschwängert, das bis zu den Hügelketten und auf dem Hochland als Regen, manchmal auch als Schnee herunterkommt. Im Winter jedoch bringt der Wind Massen an Schnee und Stürme, die diesen über das Land treiben. Ein wenig geschützt ist das südliche Flachland, das deshalb weniger Schnee abbekommt. Dort liegt er selten mehr als einen halben Schritt hoch. Allerdings bleibt der Schnee auf den Gipfeln des Hochlandes und des Gebirges sowie einigen höheren Bereichen der Hügelländer ganzjährig liegen und fließt in Form von Gletschern hinab in die Täler, wo sich aus deren Schmelzwassern Teiche, Seen und Flüsse bilden.

Treffen die Winde aus beiden Richtungen zusammen, was nicht selten über den Hügelketten Waligois und dem Gebirge der Tönnyr geschieht, kommt es zu gewaltigen Unwettern, deren Blitze, Hagelschläge und Stürme einigen Schaden anrichten können.

Kommt der Winter ins Land, so zeigen sich die ersten Spuren zuerst in dem Gebirge der Tönnyr, von wo aus Schnee und Eis sich scheinbar in allen Richtungen ausbreiten. So glauben die Wali, dass die Winterherrin, die Vetrdraettning, die eine geringere Göttin der Wali ist, dort im Winter ihr Heim hat und den Winter mitbringt. Die Temperaturen können soweit sinken, dass selbst alkoholhaltige Getränke wie Met einfrieren, wenn man sie außerhalb des Körpers aufbewahrt.

Im Winter kommen die Winde überwiegend aus dem Norden. Bringen sie Wolken mit sich, schneit es meistens. Gelegentlich entwickeln sich die Winde zu einem ausgewachsenen Schneesturm, der über das Gebiet fegt und nur im Flachland ein wenig von den Hügelketten gemildert wird. Der Winter kann, je nach Gegend zwischen 3 und 5 Monde dauern.

Im Frühjahr prallen Süd- und Nordwinde über Waligoi aufeinander, was zu heftigen Stürmen und Gewittern führen kann. Regen, Schnee und Sonne können kurz aufeinander erscheinen. Oftmals ist der Himmel bewölkt. Insgesamt schmilzt jedoch der Schnee weg und führt dazu, dass Flüsse und Bäche Hochwasser führen. Das Frühjahr kann je nach Gegend zwischen 2 und 3 Monde dauern.

Im Sommer kommt der Wind zumeist aus südlicher oder südöstlicher Richtung. Kommt er aus südlicher Richtung bringt er oft Regen und Unwetter mit sich. Lediglich nördlich der Hügelketten kommt ein großer Teil des Regen erst gar nicht an. Bei diesem Wind kann es zu dem berüchtigten Malmstoem im Hymir kommen. Kommt der Wind aus dem Südosten, ist das Wetter trocken und die Sonne scheint. Dieser Wind weht den größten Teil des Sommers über. Je nach Gegend kann der Sommer zwischen 2 und 4 Monde dauern.

Im Herbst kehrt sich die Wetterlage wieder um, wieder prallen Nord- und Südwinde aufeinander und es kommt zu Stürmen und Unwettern, die mit Regen und Schnee einhergehen. Dieses Mal bleibt der gefallene Schnee jedoch oft schon liegen. Diese Jahreszeit kann zwischen 2 und 3 Monde dauern.

Lokale Einflüsse auf das Wetter haben, wie bereits gesagt, die Hügelketten, die sich durch Waligoi erstrecken sowie das in Nord-Süd-Richtung sich erstreckende Tönnyr-Gebirge. Ein weiterer Einfluss ist der in ganz Waligoi präsente Vulkanismus. Einerseits drückt er Teile des Flachlandes in die Höhe, so dass sich Hügelketten erheben und Erdspalten auftun, anderseits erzeugt er warme Quellen und Geisire, die aus dem Boden aufsteigen. In seltenen Fällen kann es zu Ausbrüchen kommen, die Staub und Felsbrocken über die Landschaft verstreuen. Die aktivste Zone findet sich rund um den Urrspalt. Die Wärme, die durch den Vulkanismus aus dem Boden abgegeben wird, führt gelegentlich dazu, dass in bestimmten, eng begrenzten Gebieten die Auswirkungen des Wetters weiter abgemildert werden. So ist Landwirtschaft nördlich des Hochlandes und der Hügelketten zumeist nur in Gebieten möglich, die durch die Erdwärme beeinflusst werden.

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