Urrspalt

Der Urrspalt soll der Sage nach vom Anbeginn der Welt bestehen, aus einer Zeit, in der die Kriege zwischen den drei Götterbünden der Godjar, der Daudurja und der Djofullir stattfanden. Für ihre Schaffung sei die Kampfeswut des Höggr verantwortlich. Eine andere Sage behauptet, die Spalte sei entstanden als nach  dem Totschlag an dem niederen Gott Radswidr das Schicksalsschwert Svidar dort zu Boden fiel. Ebenso wird  behauptet, der Spalt reiche bis zur Unterseite der Welt.

Die Spalte erstreckt sich, im Westen beginnend vom Hochland von Yggrgard nördlich der Tönnyr bis zu den Ulfurbyrgr, den Wolfsbergen, im Osten. Er ist sechs Tagesreisen (150 km) lang, an den breitesten Stellen bis zu zwei Wegstunden (8 km) und an den engsten Stellen nur eine halbe Wegstunde (2 km) breit. Über die Tiefe ist nichts bekannt. Es gibt kaum für Menschen begehbare Wege, die in die Spalte hinab führen. Sofern man beobachten kann, gibt es in der Spalte Feuerberge, aber zumeist ist ihr Inneres von Nebel und Wolken verhüllt. Oft werden aus ihr Wolken von Staub und Asche ausgespien, die das Gebiet um die Spalte herum unfruchtbar machen und der Gesundheit von Menschen wenig zuträglich sind. Der Urrspalt selber ist Heimat der heute noch lebenden Rukr, gegen die die Wali viele Kriege um die Vorherrschaft in Waligoi führen mussten. Während des Dritten Rukr-Krieges leiteten die Wali einen Fluss, der später Rukdrekka, die Ruk-Tränke, genannt wurde in die Spalte um, in der Absicht, sie zu überfluten und die Rukr zu vertreiben. Aber selbst heute, nach mehr als einhundertfünfzig Jahren, ist die Spalte nicht vollgelaufen. Dennoch beendete dieses Ereignis den damaligen Krieg und beraubte die Rukr vorerst ihres gefährlichsten Anführers, des Eldurgefja, des Feuerbringers. Zur Absicherung wurden nach diesem Krieg zwei Festungen errichtet um von dort aus die Spalte und die Rukr überwachen zu können. Die westliche Festung heisst Rukvakna, die Rukr-Wacht, die östliche wird Niflvakna, die Nebelwacht genannt. Sie werden von Kriegern des Einnhers gehalten. Das gesamte Gebiet  gehört keinem Stamm sondern ist der Aufsicht des Einnhers unterworfen.

Erzählungen behaupten, dass die Rukr in der Spalte immer noch ein Reich haben, dass der Eldurgefja noch am Leben, aber eingeschlossen sei und dass die Rukr danach streben, in zu befreien. Auch sollen alte Gefolgsleute von ihm dort ihre eigenen Reiche errichtet haben, wie der Draugr Modr. Von den Rukr in der Spalte wird erzählt, ihre alten Formen, die Flygja und Drakir genannt werden und die wahren Drachen ähnlich sehen, würden dort in der Spalte auf unfassbaren Schätzen von Gold, Silber und Edelsteinen sitzen und auf das Wiedererstarken der Rukr warten. Alle diese Gerüchte haben viele Abenteurer veranlasst, in die Spalte hinabzusteigen, aber nur wenige sind zurückgekehrt. Aber diese waren nie tief genug gestiegen, um etwas Neues gesehen zu haben.

In alten Zeiten soll es den Brauch gegeben haben, Totschläger von Kindern und Frauen in die Spalte zu stürzen. Von verständigen Menschen wird der Urrspalt jedoch gemieden, denn in seiner Nähe läuft man immer Gefahr, von aus ihre hervorbrechenden Rukr-Horden angegriffen und um Leben und Habe erleichtert zu werden. Aus diesem Grund gibt es dort auch in weitem Umkreis keine festen walischen Siedlungen. Die nächsten Orte sind die Städte Borklint im Osten im Hochland von Yggrgard, Drakstat im Norden an den Gestaden des endlosen Ozeans, Graeborg im Süden jenseits des Blodvatnar und Sestat am See Sulsjurad, dem Klarwasser, im Südosten.

 

© 2019 Walische Webseite